Arbeitsgeräte

Als ich vor vielen Jahren damit anfing, in meiner Freizeit irgendwelche Mobiltelefone zu zerlegen und zu reparieren, hatte ich anfangs natürlich nur so ganz billige Schraubendreher, mit denen die Arbeit nicht immer klappte und die nicht sehr stabil waren. Irgendwann nahm ich dann mal Geld in die Hand und kaufte mir richtige Schraubendreher für diese feinen Schrauben. Alle Torx-Größen T2-T30 zum Beispiel, einzeln, von den Herstellern Wera, Wiha, Gedore usw.. Ich schrieb hier schon mal darüber, erwähnte auch den überaus empfehlenswerten Knipex-Zangenschlüssel, der bei mir ein ganzes Set an Schraubenschlüsseln ersetzt.

Kurzum: Das Leben ist zu kurz für schlechtes Werkzeug und diese Dinge müssen einfach verlässlich funktionieren. Wenn sie dann ein paar Jahre halten, dürfen sie sicherlich auch etwas mehr kosten.

Immer wieder erlebe ich es aber, dass die Leute diese einfache Wahrheit bei Werkzeug anerkennen – was sich übrigens auch in hochwertigen Küchengeräten bemerkbar macht – bei Geräten & Software aus dem IT-Bereich aber oft den Wert nicht erkennen und dann zur nächstbesten Lösung greifen. Continue reading “Arbeitsgeräte”

…in dem wir gut und gerne leben. #aussteigen #iaademo

Überall nur Räder, ein Traum!

Den unten stehenden Text schrieb ich letzte Nacht spontan bei Facebook rein, was für mich eher untypisch ist und ich meine Texte lieber in meinen Blogs sammel. Auslöser für den Text war die Teilnahme an der Fahrraddemo in Frankfurt am 14.9.2019, bei der aus allen Himmelsrichtungen Radfahrer aus Frankfurt und anderen Städten sternförmig zusammenkamen und in der Frankfurter Innenstadt vor der IAA-Messe demonstriert haben. Während diese große Menge an Radfahrern in dieser Stadt für mich ein ganz neues und sehr positives Erlebnis war, gab es nicht nur positive Rückmeldungen zur Demo, sondern auch viel Häme. Mir scheint als sind die Radfahrer die natürlichen Feinde der Autofahrer, es ist ein ständiger Kampf, dabei könnte es ein viel empathischeres Miteinander geben. Und es scheint mir vor allem ein Kommunikationsproblem zu sein, weil wir in Deutschland zwar viele Dinge diskutieren, aber so grundlegende Dinge für ein fröhliches Miteinander eher einer Erwartungshaltung überlassen, als sie in der Gesellschaft zu trainieren. Selbst die sogenannte “Flüchtlingskrise” oder die absurde “Überfremdungsangst” sind aus meiner Sicht auch ein Ergebnis dieser ungenügenden Kommunikation, in der wir verlernt haben, uns gegenseitig zu wertschätzen und zu verstehen.

Zurück zur Demo: Ich empfand die so genial und werde auf jeden Fall bei den nächsten Critical Mass Veranstaltungen in Frankfurt wieder mitmachen. Mein Fahrrad ist unbequem, mir sind die Reifen zu schmal, 7 von 21 Gängen sind seit Jahren defekt und ich favorisiere eine andere Sitzhaltung. Trotzdem empfand ich das alles als genau richtig, und ich erwähne es, weil es genau darum auch geht: Das Rad ist nicht DIE (perfekte) Lösung für uns alle, aber ein Teil der Lösung. Wer auf dem Land wohnt, ist oftmals zwingend auf ein Fahrzeug angewiesen. Ich liebe unseren 2007er VW Touran mit 2.0 Diesel EA188-DPF-Motor (Euro 4), seinen kostengünstigen Tiefgaragenstellplatz in der Wohnungsbaugenossenschaft und nutze den Wagen in der Stadt vor allem zum Einkaufen. In der kompletten Diskussion geht es seit Jahren allerdings nur um schwarz-weiß-Denke. Dafür oder dagegen. Aus meiner Sicht geht es vor allem um eine Industrie, die an den realen Bedürfnissen vorbei an teilweise überflüssigen Produkten arbeitet und das alles so selten in Frage gestellt wird. Was hat sich jetzt eigentlich in Folge des Dieselskandals getan und was ist mit den anderen Luftverpestern, die nicht verfolgt werden? Das ist alles nicht so einfach zu beantworten, wenn man selber gerne mit dem Auto fährt und sich über rücksichtslose Radfahrer ärgert, andererseits aber als gelegentlicher Radfahrer ums nackte Überleben kämpft und defensiver unterwegs ist als mit dem Auto. Und das ist in Frankfurt schon derbe brutal, weil es hier überaus viele Verstöße gegen die StVO gibt. Fahrt im Stadtverkehr mal konstant 50 km/h und beobachtet die Reaktionen.


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Kurz aus der Stadt raus

In meinem Leben habe ich schon in mehreren Großstädten gewohnt, von denen Frankfurt die kleinste ist. Ich habe auch schon mal mitten aufm Land gewohnt, in Norddeutschland, fernab von Autobahnen und Stadtverkehr. Hier in Frankfurt wohnen wir zu einem sehr guten Mietpreis in einer schönen 76qm Wohnung mit großem Balkon und Blick auf den Wald (statt aufs Nachbargebäude, wie so oft in den heißbegehrten Stadtteilen). In 9 Minuten ist man mit der U-Bahn (Haltestelle direkt vorm Haus) in der Frankfurter Innenstadt. Durch die geologische Beschaffenheit befinden wir uns hier in einer Tiefebene, in einem alten Seitenarm des Mains, so dass die Luft aus dem Umland bestenfalls nur mit etwas Abstand über den Dächern hinwegfegt. Doof für meine Amateurfunkantenne, sehr doof für die Frischluftsituation. In keiner anderen meiner Städte war die Luft so schlecht wie in Frankfurt. Das kann doch nicht wahr sein? Ist aber so.

Die gemessenen Werte an meinem Feinstaubsensor, Quelle: https://www.madavi.de/sensor/graph.php?sensor=esp8266-1460016-sds011

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Nachhaltigkeit im Badezimmer

Vor einigen Jahren habe ich mal auf einer großen Kläranlage in der Verfahrenstechnik gearbeitet und dort miterlebt, wie Haare, Hygieneartikel und diverser Kleinkram die Geräte auf der Kläranlage verstopfen. Auf den Kläranlagen gibt es  Rechenwerke, die das grobe Zeug aus dem Abwasser herausfischen, aber vieles geht eben immer noch durch und landet dann dort, wo es eigentlich nur die Geräte im ordentlichen Betrieb behindert. Schlimm sind natürlich auch immer Kondome, die auch nach längerer Zeit im Abwasser eine gewisse Elastizität aufweisen und sich daher nur sehr mühsam aus den Mazeratoren (Zerkleiner) manuell entfernen lassen. Man muss also richtig Hand anlegen und die Geräte regelmäßig von all diesen Fremdkörpern befreien. Das ist alles ein mühsamer und sicherlich auch kostenintensiver Teil der mechanischen Abwasserreinigung, bevor es mit den chemischen und biologischen Reinigungsstufen weitergehen kann.

“Flush and forget” nennen wir im WASH-Sektor diese Mentalität, und ich schrieb auch schon mal drüben im Saniblog darüber, wie die Toilettenbenutzung ein Teil der kulturellen Identität ist und wie sehr sich das auf die Wertschätzung von Sanitäreinrichtungen auswirkt. „Einfach alles hinunterspülen” oder „Aus den Augen, aus dem Sinn” – so wird die Toilette leider von vielen Benutzern immer noch als Einbahnstraße für die Abfallentsorgung verwendet. Auf diese Art und Weise landen dann auch viele – man mag es kaum glauben – Q-Tips in der Kanalisation. Ja genau, diese Wattestäbchen, die eigentlich für die Reinigung schwer zugänglicher Bereiche verkauft werden und ihren Weg in die Toilette (statt in den Mülleimer) finden. In der Kanalisation lösen sich diese natürlich nicht auf, die vielen Kunststoffstäbchen bleiben erhalten und landen irgendwann auf der Kläranlage, wo sie sich in einer ruhigen Ecke über die Jahre ansammeln. Und zwar nicht nur so eine kleine Hand voll, sondern Kubikmeterweise. Continue reading “Nachhaltigkeit im Badezimmer”

Particulate Matter Pollution

PM sensor
The PM sensor (hidden in a grey pipe) mounted next to my Diamond x30n VHF/UHF antenna. A bit ugly, but we are on the 4th floor, so it doesn’t really matter and the windows are closed all day long.

There may be worse places on earth when it comes to Particulate Matter (PM) Pollution, but I happen to live next to a busy road with daily traffic jams and, as a consequence of that, have a dusty room that I need to clean almost every day. I also read about expats in countries like China or India who are complaining about the air quality in those places and who meticulously invest in good air filters for each room in their appartments. Good air filters are expensive! Hence, clean air seems to be be a commodity that also comes with a commercial value among other attributes. We take it for granted but complain when it isn’t available. And another issue with clean air is that you often don’t see the pollution – only the results. Polluted air reminds me of radioactivity or unhygienic surfaces: you don’t see it, hence can’t estimate the potential danger. That’s why a sensor to measure the Particulate Matter Pollution yourself is an approach to this open question. Continue reading “Particulate Matter Pollution”