Der 30 EUR Ringmaulschlüsselsatz und seine Maßhaltigkeit

Dieser Tage musste ich eine neue Badewannenarmatur montieren, weil sich der Vorgänger trotz Kartuschen-Überholung mit Armaturen-/Hahnfett nicht mehr zur vollen Dichtigkeit überreden ließ. Außerdem war es mal Zeit für einen Wechsel. Die verchromten Überwurfmuttern sollte man laut der Anleitung mit einem 30mm Schraubenschlüssel anziehen, aber weil meine Schraubenschlüsselsammlung bis dahin nur bis Größe 22 ging, und selbst diese nur als Ringschlüssel vorhanden war, griff ich notgedrungen zur altbewährten Wasserzange, die mit einem Handtuch unterlegt war. Eine Armaturenzange mit Schonbacken wollte ich mir für diesen einmaligen Anwendungzweck nicht zulegen und zur Not geht es mit der Wasserzange auch immer, aber als Technikmensch ärgert es einen natürlich schon, wenn das falsche Werkzeug am Start ist.

Das Leben ist zu kurz für das falsche Werkzeug. Das erkannte ich spät, aber dennoch vor einigen Jahren, als ich für meine diversen Handyreparaturen und Repaircafé-Aktivitäten den ganzen China-Schrott entsorgte und dafür meine geliebten Wera, Wiha und Gedore Schraubendreher organisierte.

JKE toolset

Bild 1: Meine bisherige Sammlung an Maul-/Gabel- und Ringschlüsseln in einer günstig nachgekauften Transporttasche.

Read more →

Zum Fußball nochmal

rebic

Mit Inkscape lassen sich Bilder vektorisieren.

Auslöser für diesen Blogpost ist ein missglückter Kommentarversuch beim Blogger Beve, der kurz seine Emotionen zum Thema Eintracht und DFB-Pokalsieg aufgeschrieben hatte. Blogger ist eigentlich eine Untertreibung, denn Beve ist unter anderem Chronist und schreibt auch für das Eintracht Frankfurt Museum. Die Beiträge auf seinem Blog sind nicht nur für Fußballfreunde eine Freude, und ich kann das so deutlich sagen, weil ich ja bis vor einiger Zeit mit dem Fußball selber noch nicht so viel anfangen konnte.

Zum Fußball kam ich via Simone, ich schrieb es vor vier Jahren hier auf, seinerzeit das Spiel Eintracht Frankfurter vs. Werder Bremen. Der Rest meiner Familie wohnt in Bremen, meine Nichten gehen öfter zu Werder ins Weserstadion. Ich selber habe dort mal 7 Jahre lang gewohnt, mittlerweile wohne ich zusammengerechnet seit 14 Jahren in Frankfurt. Dieses letzte Wochenende hat die Eintracht Frankfurt nach 30 Jahren endlich wieder den DFB-Pokal gewonnen, was für sich schon mal wunderbar ist und der Seele der Stadt sehr gut tut. Dann erfolgte das aber auch noch wohlverdient durch ein – im Vergleich zum Gegner – schönes Spiel mit viel Druck. Als i-Tüpfelchen erfolgte der Sieg auch noch gegen das Team von Bayern München, die erfolgsverwöhnt mit dieser neuen Situation als “nur 2. Platz” (was ja auch schon gut ist) überhaupt nicht zurechtkamen. Die Eintracht also mit ihren Fans in der Kurve im Stadion in Berlin komplett in weiß gehüllt und alle in Ekstase, weil irgendwie niemand mit dem Erfolg gerechnet hatte und das auch endlich wieder mal so ein Sieg war, der sich wie Weihnachten anfühlte. Ausgleich für Fußballdeutschland auf der einen Ebene, und Ausgleich für das Wohlbefinden der Eintracht auf einer anderen Ebene.  Read more →

8.4V Ladeplatine für das DMR TYT MD-380

Gegen Ende einer sehenswerten Doku des Wired Magazines über Shenzhen erklärt einer der Protagonisten, dass die Industrie in Shenzhen jetzt eigentlich schon fast perfekt sei, für das letzte Stück aber die Aufmerksamkeit fürs Detail fehlt. Er zeigt das anhand einer Reihe von Lichtschaltern in einem Hotelzimmer, die alle nicht gerade angeordnet sind.

Richard Chiang zeigt auf Lichtschalter

Richard Chiang erklärt das Problem der ungeraden Lichtschalter. (Quelle: “Shenzhen: The Silicon Valley of Hardware (Full Documentary) | Future Cities | WIRED” | https://www.youtube.com/watch?v=SGJ5cZnoodY)

Read more →

#wasmachteigentlichpeterfeldmann bei Twitter? #obwahlffm & Co

Gestern Abend hat mein Bloggerkollege Alexander Schnapper beim Webmontag Frankfurt einen Vortrag unter dem Titel “How not to do Social Media Wahlkampf” gehalten, bei dem es darum ging, dass die meisten Kandidaten anlässlich der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl viel zu wenig Präsenz online zeigten oder nicht in den Dialog traten – was ja eigentlich der Sinn hinter diesem Social Media Dings ist.

Bild von Alex Schnapper hinter dem Pult beim Webmontag

Alexander Schnapper während seines Vortrags “How not to do Social Media Wahlkampf” beim 91. Webmontag Frankfurt.

Bei seinem Vortrag ging es nur um die Präsenz bei Twitter, und den Grund dafür hatten wir schon während des ffm365-Podcasts erklärt: Für uns ist Social Media (in diesem Fall!) vor allem immer Twitter, dicht gefolgt von Facebook. Wieso Twitter? Weil es offener ist als Facebook, chronologischer sortiert daherkommt und wahrscheinlich auch deswegen, weil es bei Twitter weniger Dummschwätzer gibt, die aus ihrer Höhle heraus zu jedem Medienartikel eine Meinung ins diesem Internet verewigen müssen. Sooo toll ist das mit der Dialogkultur nämlich auch nicht immer.

“Die Wahl wird nicht auf Twitter entschieden”, antwortete mir der Untergrund Navigator letztens auf meinen Tweet zum Thema und er hat damit vollkommen recht, denn ginge es danach, dürfte unser wiedergewählter Oberbürgermeister Peter Feldmann nicht so viele Stimmen bekommen haben. Die Idee zu Alex Vortrag entstand während unseres Podcasts zum Thema #obwahlffm, weil mir Alex gezeigt hatte, dass es nicht nur mehrere Konten für Peter Feldmann bei Twitter gab, sondern auch unterschiedliche Linkziele bei den Facebook-Seiten. In der Twitter-Bio bei dem Twitterkonto, das sich nach einigen Fake-Konten während des Wahlkampf als das einzig wahre Konto herauskristallisiert hatte, stand eine andere Facebook-Seite als diejenige, die in den Tweets dieses Kontos beworben wurde. Da fragt man sich als potentieller Wähler dann schon, ob das alles so schlau und durchdacht ist. Gerade wenn ein rechter Gegenkandidat via Facebook vor allem Ängste schürt und Sauberkeit und Sicherheit als seine Themenfelder anbietet, auf die er dann den besorgten Bürgern vor allem immer sehr zeitnah öffentlich antwortet. Read more →

Nachhaltigkeit im Badezimmer

Vor einigen Jahren habe ich mal auf einer großen Kläranlage in der Verfahrenstechnik gearbeitet und dort miterlebt, wie Haare, Hygieneartikel und diverser Kleinkram die Geräte auf der Kläranlage verstopfen. Auf den Kläranlagen gibt es  Rechenwerke, die das grobe Zeug aus dem Abwasser herausfischen, aber vieles geht eben immer noch durch und landet dann dort, wo es eigentlich nur die Geräte im ordentlichen Betrieb behindert. Schlimm sind natürlich auch immer Kondome, die auch nach längerer Zeit im Abwasser eine gewisse Elastizität aufweisen und sich daher nur sehr mühsam aus den Mazeratoren (Zerkleiner) manuell entfernen lassen. Man muss also richtig Hand anlegen und die Geräte regelmäßig von all diesen Fremdkörpern befreien. Das ist alles ein mühsamer und sicherlich auch kostenintensiver Teil der mechanischen Abwasserreinigung, bevor es mit den chemischen und biologischen Reinigungsstufen weitergehen kann.

“Flush and forget” nennen wir im WASH-Sektor diese Mentalität, und ich schrieb auch schon mal drüben im Saniblog darüber, wie die Toilettenbenutzung ein Teil der kulturellen Identität ist und wie sehr sich das auf die Wertschätzung von Sanitäreinrichtungen auswirkt. „Einfach alles hinunterspülen” oder „Aus den Augen, aus dem Sinn” – so wird die Toilette leider von vielen Benutzern immer noch als Einbahnstraße für die Abfallentsorgung verwendet. Auf diese Art und Weise landen dann auch viele – man mag es kaum glauben – Q-Tips in der Kanalisation. Ja genau, diese Wattestäbchen, die eigentlich für die Reinigung schwer zugänglicher Bereiche verkauft werden und ihren Weg in die Toilette (statt in den Mülleimer) finden. In der Kanalisation lösen sich diese natürlich nicht auf, die vielen Kunststoffstäbchen bleiben erhalten und landen irgendwann auf der Kläranlage, wo sie sich in einer ruhigen Ecke über die Jahre ansammeln. Und zwar nicht nur so eine kleine Hand voll, sondern Kubikmeterweise. Read more →