Erlöse aus Flattr & Co. für das Kinderheim

Das Land Kenia in Ostafrika ist inoffiziellen Angaben zu Folge eines der reichsten Länder Afrikas. Nicht unbedingt wegen der eher bescheidenen Bodenschätze, den erfolgreichen Exportgütern wie Kaffee, Tee, Blumen oder dem Tourismus, sondern wohl vor allem weil es im Ausland so viele Kenianer gibt, die (oft am Fiskus vorbei) ihre Familien aus der Ferne finanziell unterstützen.

Jahrelange Korruption und Missbrauch von staatlicher Gewalt haben trotz einer erstarkenden Mittelklasse auch immer weiter dazu geführt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer und deutlicher wird.

Gelder, die für den Aufbau des Landes gedacht waren, flossen in die falschen Taschen. Innenpolitische Machtkämpfe führen immer wieder zu Verlusten, vor allem bei der armen Bevölkerung.

Kenia ist ein wunderschönes Land voller innerer Spannungen und Gegensätze, es befindet sich im Aufbruch in eine neue Zeit, in der die selbstbewusste Jugend eigene Erfolge verbucht und – verführt von ausländischen Investoren aus China und Russland – ihr Anlagevermögen vermehrt.

Der Mobilfunksektor boomt mit seiner Vorreiterrolle – seit Mai 2010 gibt es in der Hauptstadt Nairobi einen eigenen Inkubator, der gleichzeitig als Treffpunkt aller IT-Spezialisten dient. Die Stadt Nairobi platzt irgendwie aus allen Nähten – was wenig verwundert, denn sie wurde nie auf die ständig wachsende Einwohnerzahl ausgelegt: einen aktuellen Masterplan zur Stadtentwicklung gibt es nicht.

Seine Entwicklung ist auch seiner geopolitischen Lage zu verdanken – Kenia gilt mit seinen Häfen und seiner internationalen Anbindung auch als wichtiges Zentrum internationaler Politik. Zwei UN Programme (UN-Habitat & UNEP) haben dort ihr Hauptquartier.

Bei dieser idealen Ausgangslage könnte man also davon ausgehen, dass Kenia wie jedes andere Land in der Lage sein sollte, seine internen Probleme selber zu regeln.

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Spendenwerbung mit afrikanischen Kindern, gerade zur Weihnachtszeit, war schon wiederholt Gegenstand der Diskussion in diesem Blog (hier, hier, hier, hier und hier).

Diese international als “poverty porn” bezeichnete Methode empfinde ich als falsch, da sie nur weiter das falsche Afrikabild nährt und dunkelhäutige Kinder visuell mit den Begriffen Armut, Elend und Hunger gleichstellt.

Wieso sehen wir bei den Spendenaktionen von UNICEF & Co. keine Bilder von – weißen – unterernährten & geschlagenen & zugedröhnten Kindern aus Moskau, die in der Kanalisation hausen? Oder von den vielen, täglich vernachlässigten armen Kindern in Deutschland?

Der Aufruf zum Spenden kommt für mich in der deutschen Gesellschaft oft einem modernen Ablasshandel gleich, zumindest wenn auf diese rhetorischen Mittel zurückgegriffen wird.

Dabei ist Spenden eine sehr feine Sache und sollte hierzulande viel selbstverständlicher werden! Mein Vater musste mit seinen Geschwistern nach dem 2. Weltkrieg auch monatelang “stoppeln” gehen, also die Früchte vom Feld auflesen (oder eben klauen), weil sie nichts zu Essen hatten. Ohne die gütliche Hilfe Anderer wären sie wohl damals nicht über die Runden gekommen und ich würde nicht diese Zeilen schreiben können. Folglich sind alle Menschen, die ohne eigenen Nutzen anderen Menschen helfen (gelebter Altruismus, sofern erwünscht), in meiner eigenen Wertschätzungsskala ganz weit oben. Die eigene Motivation (“ich mache das weil sonst keiner hilft”, “ich mache das damit ich mich besser fühle”, “ich spende weil es mir auch mal dreckig ging”, etc.) bleibt dabei jedem selber überlassen.

Im Folgenden möchte ich nach dieser Einleitung aber doch erwähnen, wieso ich trotz meiner Ablehnung des poverty porns, der vielen Nichtregierungsorganisationen in Kenia und der gegenwärtigen Übersättigung mit Spendenaktionen das folgende Projekt für sehr gut befunden habe und nach Möglichkeit aus der Ferne unterstütze:

The Nest Home

TheNestHome-screenshot
screenshot der The Nest Home Website

Das Nest Home “..ist ein Programm zur Prävention und zur Wiedereingliederung für Kinder in Not und deren inhaftierter Mütter in Kenia.”

“Programm” ist hier eigentlich eher der Übersetzung des englischen Begriffes zu schulden, denn es ist keineswegs ein staatliches Programm, sondern ein privates Hilfprojekt mit deutschem Trägerverein im Hintergrund und als eingetragene Stiftung in Kenia registriert.

Dass dieses Projekt überhaupt als Stiftung bzw. Nichtregierungsorganisation in Kenia anerkannt wurde, ist nur dem unermüdlichen Druck der Hauptverantwortlichen und Initiatorin des Projekts, Frau Irene Baumgartner, zu verdanken, die mit ihren Mitstreitern unentwegt, d.h. an 24h am Tag und fast 365 Tagen im Jahr für das Wohlergehen der Kinder sorgt. Da die Mitarbeiter des Nests zur Ablehnung jeglicher Korruption angehalten sind, dauern einige bürokratische Prozesse auf staatlicher Seite oft länger als eigentlich notwendig. Und das, obwohl der Sinn und Zweck dieses Kinder-aufname-heimes nur darin besteht, den in Haft befindlichen Müttern und gelegentlich auch den vielen (!!) Findelkindern eine liebevolle Unterkunft (eben “The Nest”) zu bieten. Es handelt sich um einen Dienst an der kenianischen Gesellschaft, die immer stärker mit offenen Armen bei diesem Projekt mithilft und seinen Wert erkannt hat. Umso erfreulicher ist es dann auch, wenn Adoptionen innerhalb Kenias – z.B. durch kinderlose kenianische Ehepaare – erfolgen können.

Das Nest Kinderheim mit seinen Häusern (mehr dazu auf der Homepage) ist für mich eine wirklich sehr gelungene Einrichtung, die es im Idealfall natürlich überhaupt nicht geben sollte. Es muss sie aber geben, weil es in einer Welt von Gewinnern auch ebenso viele Verlierer gibt, die in ihrer Not oft auf sich selbst gestellt sind. Hartz IV? Gibt es nicht in Kenia.

So zum Beispiel junge & alleinerziehende Mütter, die beim Handeln auf der Straße von der Polizei erwischt und aufgrund einer fehlenden (da teuren & aufwendigen) Geschäftslizenz / Geschäftsausstattung (z.B. kein Verkauf von Lebensmitteln ohne Schürze) eingesperrt wurden. Und die Kinder? Kommen mit ins Gefängnis. Oder verwahrlosen tagelang alleine im Wellblechverschlag, bis sie von den Nachbarn oder den Sozialarbeitern – die Füsse voller Würmer – ganz zufällig entdeckt werden. Es ist ein Teufelskreis, weil die Menschen teilweise aus Not, teilweise aus eigener Dummheit ins Gefängnis kommen und die Kinder darunter zu leiden haben.

Ebenso gibt es auch die traurige, aber wahre Geschichte des kleinen Jungen, der von seiner Mutter in die Toilette geworfen wurde, weil sie zu jung und unfähig war, für ihn zu sorgen. Was macht man in so einer Situation? Wie hilft man? Und ist es nicht ein Fass ohne Boden, wenn es in einer sich wandelnden Konsumgesellschaft immer mehr zur sozialen Verwahrlosung kommt? Wem hilft man? Und wem hilft man nicht?

In der Regel werden die Kinder für die Dauer der Inhaftierung der Mütter bzw. der Eltern aufgenommen und neuerdings auch schulisch ausgebildet. Im Anschluss daran gibt es eine Rehabilitierungsmöglichkeit für die jungen Mütter, wo sie in einer ruhigen Umgebung an der Ausbildung ihrer Fähigkeiten arbeiten können. Wenn das jemand als private Entwicklungshilfe (-zusammenarbeit) oder Diakonie bezeichnen möchte – so be it. Wichtig ist mir, dass sich jemand um all diese Menschen kümmert, ihnen Halt gibt (weil es sonst niemand tut) und dafür Unterstützung bekommt.

10 Minuten Video über das Nest Home in Limuru, Kenya

Die Website des The Nest Home in Limuru (Vorort von Nairobi) in Kenia läuft in einem Unterordner auf meinem Uhuru.de Server und ich unterstütze die Arbeit des Nests hier aus der Ferne über diese technische Seite. Manchmal schicke ich auch ein paar alte (aber noch funktionsfähige bzw. von mir reparierte) Handys zur Familie Baumgartner nach Nairobi, weil man in einem Land wie Kenia – trotz des Reichtums einiger Weniger! – auch diese Dinge gebrauchen bzw. verkaufen kann. Das ist nicht gerade viel und ich würde gerne mehr für das Nest machen: der Unterhalt des Kinderheimes verursacht jeden Monat hohe Kosten. Alleine schon die Krankenhauskosten für kranke Kinder sind so dermaßen hoch, dass man nur ganz direkt nach einem Zahlungserlass bitten kann und auch muss, weil es anders gar nicht zu stemmen wäre. Gesundheit kostet Geld – auch in Deutschland ist die soziale Absicherung für Menschen ohne Aufenthaltspapiere trotz des Grundrechts auf Gesundheit nicht viel besser.

Selber aktiv werden

Meine Motivation zur Hilfe ist nicht das Mitleid mit den tragischen Einzelschicksalen der Kinder – jeder hat seine eigene, oft traurige Geschichte – sondern weil ich diesen Kindern das Familienleben/Gruppenleben und die Geborgenheit ermöglichen möchte, die andere als selbstverständlich betrachten und die ihnen genauso zusteht. Im Gegensatz zu ihren Eltern rutschen sie meist unverschuldet in diese Situation und werden dann der Möglichkeiten beraubt, die ihnen den Rahmen für eine erfolgreiche Entwicklung bieten. Beim wem, wenn nicht bei den Kindern, sollte Hilfe ansetzen?

In der Vergangenheit gab es auch schon diverse Helfer aus Deutschland und den USA, die im Nest Home in Limuru ehrenamtlich ausgeholfen haben (alles selber bezahlt, kein warmes Wasser, etc.), oder aber eine Solaranlage oder ein tolles Kinderklettergerüst errichtet haben. Ohne diese Hilfe von Außen – von Ausländern, aber auch von Kenianern! – wäre das Nest Home Projekt sicherlich nicht zu dem geworden, was es jetzt ist.

Ich habe daher beschlossen, den Jahreserlös des erst vor Kurzem auf meinem Blog eingeführten “Flattr.com“-Buttons (bei dem sich registrierte Nutzer/Blogger gegenseitig Guthaben zuweisen können, d.h. man legt zu Monatsbeginn einen Betrag fest und dieser wird dann am Monatsende durch Anzahl der Klicks geteilt) an das Nest zu überweisen. Das ist jetzt nicht sonderlich viel (derzeit 1.31 EUR), weil die Flattr Funktion meiner Meinung nach vor allem in der deutschsprachigen Blogosphere bekannt ist, es den Flattr Dienst noch nicht so lange gibt, erst seit kurzem auf meinem Blog richtig aktiv ist (zwischenzeitlich deaktiviert) und weil mein Blog eher international erscheint & ich nur selten Beiträge auf Deutsch verfasse. Aber dennoch – vielleicht kommt ja so einiges zusammen. Selbstverständlich wird es zu dieser Aktion auch ein Update zur Schlussüberweisung geben.

Auf der Website des Nests war eigentlich auch mal ein Paypal Spendenbutton angedacht – viele Unterstützer des Nests wohnen zB. in den USA, für die die Bezahlung via Paypal bequemer wäre. Aufgrund administrativer Abläufe wie Schwierigkeiten beim Ausstellen einer Spendenquittung für Onlineüberweisungen wurde dies aber erstmal nicht umgesetzt. Ebenso haben wir (wir = die ehrenamtliche Verwalterin der Nest Home Website und ich) auf die üblichen Mittel des Social Media Zirkusses wie Facebook und Twitter weitgehend verzichtet. Es gibt zwar mittlerweile eine Facebookseite und sogar eine Initiative von US-amerikanischen Filmemacherinnen, die einen Dokumentationsfilm über das Nest erstellen möchten, aber… aber viel Erfolg führt auch leider oft zu vielem Neid. Neid, den man bei der täglichen Arbeit nicht gebrauchen kann. Neid bei den lokalen Ansprechpartnern in staatlichen Einrichtungen, weil da eine Deutsche quasi im Alleingang und mit Hilfe potenzieller Geldgeber und vieler Freiwilliger ein Projekt aus der Taufe gehoben hat, das so viel Sinn macht und gut ist. Und bei dem es kaum vorstellbar ist (aus kenianischer Sicht), wieso jemand seine ganze Lebensenergie ohne Eigennutz in so ein Projekt steckt.

Spendern, die es gut meinen und die helfen wollen, muss man daher manchmal vor den Kopf stoßen, weil zu viel Hilfe teilweise genau das Gegenteil bewirken kann. Zum Wohle der Kinder eher weniger herumtrommeln und dafür weniger Missgunst vor Ort ernten. Die o.g. internen Machtkämpfe in Kenia gibt es nicht nur in der Politik!

Jedenfalls: ich finde dieses The Nest Home Projekt sehr gut; ich unterstütze es technisch; ich unterstütze es weil es Menschen aus meinen beiden Heimaten Deutschland und Kenia involviert; ich weiß, dass die Gelder alle gut ankommen und direkt verwertet werden; ich weiß dass die Verwaltungskosten (overhead costs) im Gegensatz zu manch anderen Projekten aufgrund sinnvoller Investitionen relativ gering sind und ich weiß, dass dieses Projekt aus rein altruistischen Stücken von einer mehr als engagierten Persönlichkeit geführt wird, die hier nicht ihren Afrikatraum verwirklichen möchte, sondern dort hilft wo Hilfe wirklich gebraucht wird.

Ich möchte daher jeden Leser dieses Blogbeitrages bitten, entweder die Flattr-Funktion unterhalb dieses Blogbeitrages zu benutzen, oder aber für dieses Projekt auf eines der hier angegebenen Konten zu spenden.

Für eine dauerhafte Unterstützung gibt es auch einen Förderverein in Oldenburg, den “Tunza Dada e.V.”, dessen Mitglieder mit ihren 6,- EUR Monatsbeiträgen die 38 Gehälter des Projekts finanzieren und Sonderzahlungen wie z.B. Reparaturen an den Gebäuden oder dringende Neuanschaffungen ermöglichen. Der Verein hat derzeit 171 Mitglieder und 200 fördernde Nicht-Mitglieder.

Herzlichen Dank!

Juergen “Kikuyumoja” Eichholz (@jke)
Frankfurt am Main, 11.12.2010

update:
Wie angekündigt habe ich den gesamten Jahreserlös via Flattr von meinem Blog ans Nest überwiesen. Allen Spendern ein herzliches Dankeschön!

The owls are not what they seem.

“I love Twin Peaks and it’s world.” (David Lynch )

I remember way back in 1991, my sister had this sudden affection for Twin Peaks – the more or less famous mystery serial drama by David Lynch/Mark Frost.

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The Log Lady

While growing up in Nairobi, living more or less under a rock when it came to video entertainment (which, by that time, consisted of a) renting videos from the various video libraries in Nairobi as well as b) asking visitors from abroad to record MTV’s Alternative Nation for my special music needs), I never really got into this Twin Peaks thingy back in 1991 & 1992 during a holiday trip to Germany.

Years later on I watched with great pleasures his other works such as Mulholland Drive or Blue Velvet . Little did I know by that time that I would one day engage to a woman who is some sort of a REAL fan of David Lynch’s work.

[edit: video removed!]

My fiancée LOVES Twin Peaks, has all of it on DVDs and VHS, heck she even has this special Dale Cooper diary on tape. Needless to mention she initially fell for me because I apparently reminded her of (the main character) FBI Special Agent Dale Cooper (14yrs ago, maybe).

So, after about 20 years of its creation, I eventually spoiled my Twin Peaks virginity and started my video trip into the world of Twin Peaks and its characters about a week ago. And although I’ve so far only enjoyed 22 of the available 29 episodes (+ the prequel film called “Twin Peaks – Fire Walk With Me” ), I can already tell you that Twin Peaks really is some of the finest mystery/drama stories on film.

In 2007 Twin Peaks was listed as one of Time magazine’s “100 Best TV Shows of All-TIME.” (src)

Sure, we’re in 2010 now and there may be other – also popular – mystery series available on TV, and Twin Peaks may have started this off back in the days, but as opposed to Fringe, Lost or even the X-Files, there’s already sooooo much more to Twin Peaks a fan will love about it that imo will never happen to most other series:

Damn good acting, coupled with a timeless beauty and some weird stuff only a freak like David Lynch can make up (and find a producer who secures the funding for it).

“The owls are not what they seem.” is a quote from Twin Peaks – and much like most other characters, sceneries and items mentioned on Twin Peaks, everyone and everything has at least two different sides. I like that because there’s no single truth out there. Something like that makes you think about it – and lets you compile a blog post on it 20 years after it was first mentioned on TV.

The internet seems to be full of tributes to Twin Peaks. The following may be a bit different. Enjoy!

I’ll Be There in Twin Peaks from Mashed in Plastic on Vimeo.

Alle Jahre wieder…

“Ich möcht Dich mal sehen wie Du drei Tage lange im Altersheim hockst und Händchen hältst….aber einen Tag lang können wir das gerne mal machen.”

Das Fest der Liebe, das (christliche) Weihnachtsfest steht vor der Tür und schon jetzt im November wurde ich mit der Frage konfrontiert, “was wir eigentlich an Weihnachten machen”.

Meistens weiß man ja nicht was man möchte – sondern nur das, was man nicht möchte.

Was ich nicht möchte:

  • zu Hause doof rumsitzen und Kalorien bunkern
  • mir über den materiellen Wert von Geschenken Gedanken machen (müssen)
  • etwas Feiern, dass ich lieber das ganze Jahr über (er)leben würde: eine gerechte Welt und ein liebevolles und ehrliches Miteinander

Abgesehen von der Möglichkeit, im Kreis der verbliebenen Familie gemeinsam die Zeit totzuschlagen und damit die Nähe nachzuholen, die ich das ganze Jahr über ob des Wechsels in eine andere Stadt sträflichst vernachlässigt habe, verkommt das Weihnachtsfest als Solches für mich immer mehr zu einem Ritual wie Ostern oder – noch schlimmer – Karneval.

Statt sich über all diesen Frust zu ärgern, würde ich gerne etwas von meiner Energie abgeben und diejenigen beglücken, die damit am Wenigsten rechnen. Nur: wo?

  • Im Kinderheim in Kenia – wäre super, aber zu teuer wg Flug, Unterkunft, usw.
  • Im lokalen Alters-/Pflegeheim? – habe ich schon mal gemacht, und kommt für mich auch ganz auf die Gemeinde an.
  • Im Bahnhofsviertel in FFM bei den Drogenabhängigen?
  • ???

Ich könnte das Weihnachtsfest dieses Jahr auch einfach ignorieren und irgendwo als Hilfskraft arbeiten. Natürlich kann ich so etwas nur deswegen sagen, weil ich den 9-5 job an den Nagel gehängt, mich selbstständig gemacht habe und wir z.Zt. noch kinderlos sind. Für alle anderen bedeutet das Fest wohl vor allem 2-3 Tage bezahlter Urlaub.

Aber ganz abgesehen davon, welchen Stellenwert dieses Fest für jeden Einzelnen hat – wie werdet Ihr Euer Weihnachtsfest verbringen? Und was werdet Ihr dazu beitragen?

Bauchentscheidungen

Wann weiß man(n) eigentlich, wann man die Richtige (Lebensabschnittsgefährtin) gefunden hat?

Wird das dann irgendwo angezeigt oder bekommt man es gesagt?

Neulich stand ich in einem Laden und sah eine sehr schöne Lederjacke. “Boah, die isset…”, dachte ich mir, “…aber der Preis…naa…kann ich mir nicht wirklich leisten”. Angezogen sah sie aber wirklich gut aus und war genau (!) das wonach ich geschaut hatte.

1 Woche später habe ich sie mir dann gekauft und bin seitdem glücklich damit.

Geht das auch so leicht mit Beziehungen? Wann weiß man, ob es die richtige Partnerin ist? Wenn man sie mit den Exen vergleicht? Oder mit der erstellten Liste der Traumfraumerkmale? Und was ist mit den christlichen Freunden, die irgendwie alle schon so (gefühlt)vorzeitig heiraten? Haben die ihre Wahl jemals bereut?

Not that I haven’t made up my mind on this. Ich glaube aber im Leben eines Mannes gibt es diese “George Clooney-ich-will-mich-nicht-festlegen” Momente. Ob das gut ist? Keine Ahnung.

Die Erkenntnis jedoch, dass man mit einer Person wirklich bis zum Ende zusammen sein und alles teilen möchte – das ist meiner Meinung nach genauso wichtig wie über evtl. Zweifel zu diskutieren. Daher die Frage: inweit darf, kann oder muss eine Entscheidung zur Partnerschaft eine Bauchentscheidung sein?

Oder anders gefragt: welcher Maßstab muss zur Beurteilung des eigenen Befindlichkeitzustandes angelegt werden? – Wie weiß man, wann es einem gut geht?