Bauchentscheidungen

Wann weiß man(n) eigentlich, wann man die Richtige (Lebensabschnittsgefährtin) gefunden hat?

Wird das dann irgendwo angezeigt oder bekommt man es gesagt?

Neulich stand ich in einem Laden und sah eine sehr schöne Lederjacke. “Boah, die isset…”, dachte ich mir, “…aber der Preis…naa…kann ich mir nicht wirklich leisten”. Angezogen sah sie aber wirklich gut aus und war genau (!) das wonach ich geschaut hatte.

1 Woche später habe ich sie mir dann gekauft und bin seitdem glücklich damit.

Geht das auch so leicht mit Beziehungen? Wann weiß man, ob es die richtige Partnerin ist? Wenn man sie mit den Exen vergleicht? Oder mit der erstellten Liste der Traumfraumerkmale? Und was ist mit den christlichen Freunden, die irgendwie alle schon so (gefühlt)vorzeitig heiraten? Haben die ihre Wahl jemals bereut?

Not that I haven’t made up my mind on this. Ich glaube aber im Leben eines Mannes gibt es diese “George Clooney-ich-will-mich-nicht-festlegen” Momente. Ob das gut ist? Keine Ahnung.

Die Erkenntnis jedoch, dass man mit einer Person wirklich bis zum Ende zusammen sein und alles teilen möchte – das ist meiner Meinung nach genauso wichtig wie über evtl. Zweifel zu diskutieren. Daher die Frage: inweit darf, kann oder muss eine Entscheidung zur Partnerschaft eine Bauchentscheidung sein?

Oder anders gefragt: welcher Maßstab muss zur Beurteilung des eigenen Befindlichkeitzustandes angelegt werden? – Wie weiß man, wann es einem gut geht?

12 comments » Write a comment

  1. Moin, JKE!

    Man kann die Ehe entweder rein nüchtern betrachten. In dem Fall muss man überlegen was einem wichtiger ist:
    Einerseits Steuerermäßigung und, falls man im Ausland lebt (so wie ich), einfacherer Verfahren beim beantragen von Visa und bei der Wohnungssuche. Andererseits bedeutet es als Mann soviel wie der finanzielle Hara-Kiri im Falle einer späteren Scheidung.
    Oder man sieht es als (notwendigen?) religiösen Akt: Man muss heiraten wenn man zusammen leben, und seine Jungfräulichkeit verlieren will.
    Oder als ein Mix der beiden Punkte.

    Die Frage, woher man weiss ob’s der/die “Richtige” ist, kann einem niemand beantworten. Wenn man heiratet, ist man sich natürlich in diesem Moment sicher (sonst würde man ja nicht vor’m Stadesamt bzw. Altar stehen). Aber in, statistisch einfach zu belegenden, x-Prozent aller Fälle stellt sich hinterher dann doch heraus, dass es ein Fehler war und man einen Fehler gemacht hat.
    Eine Garantie gibt es nie.
    Man riskiert es halt, wie viele andere Dinge im Leben auch. Genau wie die Entscheidung, ob und wann man Kinder haben sollte. Wann ist dafür schon der richtige Zeitpunkt?

    Auf alle Fälle ist es nicht nur Liebe, die darüber entscheiden sollte. Dieses absolute, blinde Verliebtsein, wie man es als Teenager hatte, muss vorüber sein. Wenn man sich die Liste einiger Ex-Beziehungen anschaut, dann hat wohl jeder von uns so einige Namen darunter, die einem im nachhinein extrem peinlich sind. ;-)
    Klar, es muss schon eine Menge Herz dahinter stehen, aber ich glaube, man muss vor allem eines verstanden haben:
    Zu wissen, dass es niemanden besseren mehr gibt. Perfekt ist niemand, und der Partner oder die Partnerin auch nicht. Streit und Krisen gibt es immer; manchmal sogar sehr nervenaufreibend.

    Eine Ehe bedeutet ein Leben lang viel Arbeit. “In guten wie in schlechten Zeiten” – Gute Zeiten sind einfach. Aber man muss vieles von seinem wilden Single-Leben aufgeben, Kompromisse eingehen, Zeit aufbringen die man sich lieber für etwas anderes nehmen würde, und bei allen Plänen immer den Partner mit berücksichtigen.

    Die Frage, die man sich daher stellen muss, ist: Lohnt es sich?
    Kann man das alles auch, wenn man ernsthafte Probleme zu lösen hat? Arbeitslosigkeit, Krankheit, Geldsorgen, oder auch Schicksalschläge wie ein behindertes Kind zu bekommen, könnte man das alles auch ertragen, falls es mal dazu käme?

    Oder will man lieber weiterhin uneingeschränkt alles tun und lassen können was einem Spaß macht?

    Aber eines nicht vergessen: Egal wie jung man sich fühlt, wir werden alle älter. Man ist irgendwann einfach kein Teenager mehr, auch wenn man das noch so empfindet. Igrendwann ist das vorbei, ob man will oder nicht. Dann kann man mit den Jüngeren nicht mehr mithalten, oder die wollen einen nicht mehr.
    Und dann sieht man sich um, und bemerkt, dass alle gleichaltrigen Freunde längst weiter sind, und man selber hat den Anschluss verpasst.

    Sieht man oft, so Enddreißiger-Singlefrauen, die unbedingt plötzlich einen Partner suchen um doch noch ein Kind zu kriegen, weil sie plötzlich gemerkt haben dass Karriere alleine nicht genug ist. Oder diese lächerlichen reichen Typen, die Mädels anbaggern welche 20 Jahre jünger sind.
    Das wäre so in etwa die Alternative, die einen dann früher oder später einholt. :-)

  2. (Ich werde den Artikel von Dave erstmal nicht lesen, der ist ja länger als dein Post!)

    Was für gute fragen – und ist es Absicht dass hier Werbung einer Single-Website eingeblendet wird, LOL. JKE, wir sind ca. gleichen Alters und die selben Fragen stelle ich mir auch. Ich glaube es gehört beides in gleichem Maße zusammen (nur das Maß ist das blöde) – ein gewisser Abstand mit einer realistischen Einschätzung, und ein Bauchgefühl, die “Chemie”. Ein Problem unserer Zeit von uns Geeks ??? von manchen Menschen ist, dass wir verlernt haben mit dem was wir haben wirklich glücklich zu sein, weil wir immer nach dem neueren und besseren Ausschau halten. Dein Bezug auf “christlich” ist vielleicht in der Tat eine Tendenz, ich kenne aber auch viele Gegenbeispiele ;). Ich denke es ist wie bei deiner Jacke, du hast im Vorfeld genau gewusst was du wolltest, sie hat dir gefallen, du hast etwas nachgedacht, du warst bereit die Kosten in Kauf zu nehmen und bereit das Risiko einzugehen. Nimm sie die Jacke, zieh sie an und freu dich darüber. Vergiss das elende andere bessere Jacken-abchecken, es gibt nun besseres zu tun! Es gibt viele gute Orte die deine Jacke jetzt mit dir besichtigen sollte. ;)

  3. Hey Cedric; ja, sorry, ich schreibe immer so ewig lange Sachen, das geht bei mir nicht anders! ;-)

  4. to think that Kenyans can write in german rather than Turukana or even Maasai at a kenyan site after all the brutality and crimes against humanity germans helped britain conduct in “Kenya” is so indicative of that deep-seated inferiority complex western tv plants in us. Nur gestern hat gunther jauch einen typ so gefragt, aus welchem land Obamas vater stammt und der typ wusste es nicht, hat seinen kumpel angerufen, den ihm “irgendwo in der region von Ghana” vorgeschlagen hat. Tja, der arme musste auf €16,000 verzichten, nahm nur 500 mit, meanwhile here we are so brainwashed we think its cool to speak german before other kenyans.

  5. “meanwhile here we are so brainwashed we think its cool to speak german before other kenyans”

    Assimilation! Die Kenianer, die ich in Dland treffe, haben meistens eine Mischung aus 98% Englisch und 2% Sheng bzw schlechtes Swa. So go figure…
    Die Frage nach einer nationalen Identität habe ich zu Gunsten regionaler Stabilitätsabkommen (EU, East African Union) bisher immer versucht zu vermeiden, da sie diesem Zweck eher entgegensteht. Ist aber eine interessante Fragestellung. Zum Thema Brainwashed ließe sich auch noch ergänzen, dass die Swahili Edition von Wikipedia momentan von 3 Autoren bestritten wird, die alle aus Tz kommen.

    As for German/English – kindly check the “about” page on my blog to see why it’s bilingual and what this is all about.

  6. @ genervte Kenianerin:

    What do you expect from a TV-audience? People who spend their time watching that crap only have TV-education inside their brains anyway. Guess how may times I’ve heard people talking about “Mainzelmännchen”, when they actually meant “Heinzelmännchen” (those secret helpers from an ancient German poem).

    And I’d like to know why you complain about what you believe to be a Kenyan blog being written bilingually? You speak some German, as I can see, so you should have no problem understanding it. Perhaps the author (a German mzungu who spent many years in Kenya, the same way you probably spent some years of your life in Germany) wants to address an audience outside Kenya? How do you know?

    What annoys me, is this fashion of “anti-German” attitude among so many people who benefit very well of that country.

    I’m telling you this as a German who spent 24 out of 36 years of his life as an expatriate, 16 of which were in Kenya. I was never “genervt” by German expats who bothered to learn and speak Kiswahili, I can tell you.

    You ought to be ashamed of yourself.

  7. One more thing, sweetheart,

    > to think that Kenyans can write in german […] after all the brutality and crimes against humanity germans helped britain conduct in “Kenya” …

    I don’t know what the hell you’re talking about. If you read some history-books (instead of watching Günter Jauch), you’d know the facts about who occupied “Kirinyaga” during the colonial times, and who was at war with England.

  8. @ Kikuyumoja: I wish I understood what is written in German verse or blog

    @Dave: Kikuyumoja is only citing his opinion and since he happens to live in both Germany and Kenya, he is entitled to not like all what is German just like, I, who is born in Kenya but live in USA does sometime hate some Kenyan whatever, but that does not imply I do not appreciate Kenya and what it has offered me. At least this has provoked you to a discussion and everyone is entitled to their opinion..
    Just because a citizen of a country criticizes his country does not mean they are not patriotic …..just like Obama says :-)

    @ Kkikuyu : Na hii ni maendelo? Ati you are kikuyumoja.com? Boy, I have been away for so long * Blogging Nostalgia*

  9. Irena, either read my posting properly and make sure you understand what I’m saying before you answer me, or go join an aol-chat.
    I’m not even going to bother answering you.

  10. Mimi iko relaxed and upgrading myself to skype chat, aol is so the 90s “you got mail” rofl. Hi kiku tuko poa!

  11. Wow! From marriage to more incendiary topics!
    @ JKE, I think when making the decision to get married you should use common sense first, consider the chemistry second and then just plain take the leap. It’ll always be a step of faith and, after that, lots of work. :)
    @ genervte K: Wieso sollen Kenianer(-innen) nicht auf Deutsch schreiben oder reden? Die Sprache hab’ ich nicht umsonst gelernt. Please. Don’t play the victim! It’s unbecoming. There are enough injustices to darken the face of the sun. Deutsche sind einiges Schuld; dasselbe gilt fuer Kenianer.