SocialBar Frankfurt

The fol­lowing blog post will be in Ger­man, as it is about an event that took place in Frank­furt this Wed­nes­day evening. Fol­lowing the Twit­ter back chan­nel con­ver­sa­ti­ons during last week’s Igni­te Frank­furt event (whe­re atten­de­es cri­ti­ci­zed the use of Eng­lish ins­tead of Ger­man), I rea­li­zed that in order to reach tho­se who are tar­ge­ted, I will have to use their lan­guage. So the fol­lowing will be a recap of the Social­Bar event and a few thoughts about it — in German.

For tho­se inte­res­ted, the pre­sen­ta­ti­on I gave about Afri­Gad­get tonight is very simi­lar to the one I had given in Lon­don last year — only updated a few sli­des and inclu­ded links to sites like appfrica.com, projectdiaspora.org or semasource.org. The rea­so­ning is the same from my post back then, even my moti­va­ti­on for giving a talk on AG is pret­ty much the same. Imo, it’s all about giving ano­t­her pic­tu­re of “Afri­ca”. One that may be dif­fe­rent from what is usual­ly known via the (part­ly bia­sed) media. My col­league Ste­ve Mugi­ri also pre­sen­ted Afri­Gad­get during the TEDx­At­lan­ta event on Janu­a­ry 26 — if you can, pls check out his video. I also like it that ever­yo­ne of us at Afri­Gad­get has his/her own per­spec­ti­ve & moti­va­ti­on for Afri­Gad­get — and uses a dif­fe­rent approach to high­light our work.

I think I am very pas­sio­na­te about this sub­ject, and I con­si­der “pas­si­on” a dri­ving for­ce for a lot of good pro­jects. But any­ways, I dig­ress and should pro­bab­ly con­ti­nue in German.

Auf Deutsch also. Dies war nun die vier­te Social­Bar in Frank­furt, die­ses Mal rela­tiv gut besucht, ca. 13? Teil­neh­mer aus ver­schie­de­nen Berei­chen, mit ver­schie­de­ner Moti­va­ti­on / Absich­ten / Erwar­tun­gen aber doch schon rela­tiv ähn­li­chem sozia­len und beruf­li­chen Hintergrund.

Was ist eine Social­Bar?

Laut der Web­site ist die Social­Bar “ein Tref­fen von Welt­ver­bes­se­rern. Web-Akti­vis­ten, Social Entre­pre­neurs, NGOs, ehren­amt­li­che Hel­fer, Poli­ti­ker und Unter­neh­men mit sozia­ler Ver­ant­wor­tung kom­men bei der Social­bar zusam­men, um sich ken­nen zu ler­nen, Kon­tak­te zu knüp­fen, Erfah­run­gen aus­zu­tau­schen und Koope­ra­tio­nen einzugehen.”

Trotz die­ser Beschrei­bung wüss­te ich aber immer noch nicht, wie man die Social­Bar genau­er beschrei­ben soll­te — es ist eine Ver­an­stal­tung, an der inter­es­sier­te Leu­te teil­neh­men, die sich für sozia­le The­men inter­es­sie­ren. Sozi­al, im Sin­ne von: ich mache etwas, das ich nicht nur für mich allei­ne mache.

Viel­leicht auch wegen die­ser doch recht unge­nau­en Defi­ni­ti­on, mei­nes eige­nen Hin­ter­grun­des und der doch regio­na­len Unter­schie­de bei Events sol­cher Art (eine Social­Bar in z.B. Ber­lin erreicht meis­tens ein ande­res Publi­kum), kann ich natür­lich nur für mich sel­ber spre­chen: ich emp­fin­de die Social­Bar als sinn­vol­le Ver­an­stal­tung, bei der ich vor allem Gleich­ge­sinn­te tref­fe, die sich “sozia­le Pro­jek­te” auf die Fah­ne geschrie­ben haben. Sei es aus beruf­li­cher Natur, oder auch weil man in der Frei­zeit einen sinn­vol­len Bei­trag für die All­ge­mein­heit leis­ten möch­te und der 9‑to‑5 Tagesjob dies nur unzu­rei­chend ermög­licht. Und so kom­men wir auch schon zum zwei­ten Vor­trag des Abends: von Wolf­gang Weicht über die “Coding Batt­le”, oder wie er es nennt: The Social Media Fight Club.

Kurz: meh­re­re Teams bestehend aus Pro­gram­mie­rern, Kon­zep­tern und ande­ren Krea­ti­ven arbei­ten ehren­amt­lich an einem Wochen­en­de zusam­men und als Teams gegen­ein­an­der, um einer NGO zu einer Web­site zu verhelfen.

Die Idee fin­de ich nach län­ge­rer Dis­kus­si­on und eini­gen Bie­ren mit Wolf­gang nicht ganz so ver­kehrt, aber vor allem inter­es­siert mich dar­an natür­lich die Fra­ge, ob man in einer Stadt wie Frank­furt — die ich in die­sem Bereich als sehr trä­ge emp­fin­de — eine kri­ti­sche Mas­se von Leu­ten zusam­men­brin­gen kann, die in ihrer Frei­zeit — in einer (an den Hip­Hop ange­lehn­ten) Batt­le oder auch ein­fach nur so — für Nícht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (de: NROs, en: NGOs) unent­gelt­lich und aus Spaß (!) an der Sache ehren­amt­lich arbei­ten wollen.

Die Fra­ge nach der Teil­nah­me an so einem Event emp­fin­de ich als sehr wich­tig — immer­hin funk­tio­nie­ren vie­le Ein­rich­tun­gen in Deutsch­land nur des­we­gen, weil es ehren­amt­li­che Hel­fer gibt. Ohne direk­te Bezah­lung ein­fach mal schau­en ob man im Kol­lek­tiv etwas errei­chen kann — das emp­fin­de ich als sehr span­nen­de Idee. Klar, gibt es ja auch schon online in Form der Wiki­pe­dia — kol­lek­ti­ves Zusam­men­tra­gen von Wis­sen — aber die Leu­te dann von ihren Com­pu­ter­bild­schir­men hin zu einem rea­len Tref­fen zu bewe­gen, wo sie sich auf­raf­fen müs­sen und gemein­sam etwas erar­bei­ten — das ist schon anders. Und eben auf den Frank­fur­ter Kon­text bezo­gen. Leu­te anschrei­ben, moti­vie­ren, begeis­tern kön­nen, Lei­den­schaft wecken, hin­ter­her sein und sicher­stel­len, dass sie auch wirk­lich kom­men (ich hat­te mich auch schon mal zu einem Tref­fen bei Wolf­gang ange­mel­det und dann im letz­ten Moment abge­sagt). Das ist alles irre viel Arbeit. Kön­nen die Orga­ni­sa­to­ren der Social­Bar sicher­lich auch bestätigen.

Ob die Coding Batt­le in die­ser Form klap­pen wird — who knows?

Ob ich dar­an teil­neh­men wer­de? Hell, yes! Weil:

“Lea­ders­hip Les­sons lear­ned from Dan­cing Guy”, von Derek Sive­rs, des­sen Vide­os eigent­lich alle super sind, allei­ne schon wegen sei­ner net­ten Stimme.

Einen ähn­li­chen Ansatz hat uns dann noch Denis Enge­mann vor­ge­stellt, Stu­dent der Psy­cho­lo­gie & Phi­lo­so­phie, der uns von dem anste­hen­den WIRKCAMP 2010 (am 07.–09. Mai 2010) in Leip­zig berich­tet hat. Ein ähn­li­cher Ansatz also wie die Coding Batt­le, in Leip­zig nen­nen sie es aller­dings Syn­agie­ren - gemein­sam han­deln: “wir brin­gen für 3 Tage enga­gier­te Men­schen in klei­nen Pro­jek­ten zusam­men”.

Laut den auf der Web­site ange­kün­dig­ten Arbeits­grup­pen wird es fol­gen­de Themen/Arbeitsschwerpunkte geben: Vege­ta­ri­sche Tage für die Uni-Men­sa, Fil­men für Nach­hal­tig­keit, Litt­le­bird — Schmack­haft in den Arbeits­markt, Nach­hal­tig­keit im Inter­net und Kon­sum Glo­bal Leip­zig. Aus stu­den­ti­scher Sicht macht dies alles schon irgend­wie Sinn.

Am Ende des Abends blei­ben für mich die fol­gen­den Fra­gen: wel­che The­men sind die ulti­ma­ti­ve Garan­ten für eine Mit­ar­beit von Frei­wil­li­gen? Wie kann ich eine mög­lichst inter­es­sier­te Anzahl von Mit­bür­gern zu einem unent­gelt­li­chen Pro­jekt bewe­gen? Sind sol­che Akti­vi­tä­ten ein Hin­weis auf die Arbeits­wei­se in der Zukunft (klei­ne, dezen­tra­le Pro­jek­te, ver­net­zes Arbei­ten)? Inwie­fern defi­nie­ren wir uns mit so einem — bis­her nur aus­ser­be­ruf­li­chen — Ansatz heu­te schon die Arbeits­welt von mor­gen? Und: inwie­fern unter­schei­det sich eine Social­Bar in Frank­furt von einer Social­Bar in Dres­den, Ber­lin, Bonn oder Hannover?