Meine große Schwester sagt….

Meine große Schwester hat letztens von der Firma aus eine Info-Veranstaltung zum Thema “Facebook” besucht und dies wohl zum Anlass genommen, den Namen ihres Bruders im Internet zu googeln. “Was Du da alles reinschreibst! 1!11”, sagte sie mir eben vorwurfsvoll, “also das kann man doch alles ergoogeln, da schauen doch alle Personaler sofort nach”.

Ich bitte sogar darum.

Meine große Schwester würde ich niemals öffentlich erwähnen, auf meine große Schwester lasse ich nichts kommen weil sie die verlässlichste Person auf dieser Welt ist, meine große Schwester kann vieles und ist daher auch sehr erfolgreich.

Meiner großen Schwester muss ich aber wohl doch mal mitteilen, dass man mit dem bewussten Teilen im Internet teilweise auch gutes Geld verdienen kann (1, 2, 3). Berufliche und persönliche Dinge, die mich beschäftigen, interessieren und inspirieren. Immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ich mich hinter keiner Aussage, keinem peinlichen Video oder ungünstigem Foto verstecken muss.

Berufliche und persönliche, nicht aber private oder geheime Dinge. Ebenso gibt es von mir auch keine zu peinlichen oder grammatikalisch zu fragwürdigen Textfragmente in diesem Internetz, in das ich seit 1996 hineinschreibe. Weder hier in diesem persönlichen Blog, in meinen beruflichen Blogs, in beruflichen Foren bei Xing oder LinkedIn (uhii, international!), weder über die diversen Twitterkonten noch auf der Facebookseite mit der handverlesenen Freundesliste.

Liebe Personaler,
wenn Ihr also wie meine große Schwester der Meinung seid, dass man möglichst keine Informationen online teilen sollte, und dass Inhalte und Kommunikation nicht der Hauptgrund für den Erfolg des Internets sind – dann brauchen wir auch nicht zusammen zu arbeiten.

So einfach ist das.

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