Liebe Birgit Virnich,

dafür, dass unser musikalischer Botschafter Walter Lindner im ersten Jahr seines Schaffens den goldenen Käfig Nairobi gut ausgetestet hat, war das jetzt aber ein sehr, sehr positiver Bericht im Weltspiegel (mit Video).

Lindner in Mützelburgischer Art bei der Erkundung Kamukunjis Kiberas im Gespräch mit Einheimischen zu beobachten, zeigt wohl das momentan Mögliche auf.

Für seine Sicherheitsbeamten sind seine Alleingänge im Slum ein Albtraum. Doch immer wieder zieht er ohne Bodyguards los, denn sonst käme kein vernünftiges Gespräch zustande. “Sie geben uns Hoffnung,“ meint der Mann. „Diese Größe haben unsere eigenen Politiker nicht. Keinen von denen hat sich hier je blicken lassen.“

Sorry, es sind einfach diese beiden Nairobi Welten, die hier für mich nicht immer zusammenpassen wollen. Auf der einen Seite ein widerspruchsloser MA des AA, auf der anderen Seite der Wunsch zur Anteilnahme am Zeitgeschehen in Kenia. Und doch ist es vielleicht gerade dieser Widerspruch, der in der Diplomatie und, viel wichtiger, beim Volk ankommt.
Anzumerken habe ich außerdem noch, dass es beim scheinbaren Desinteresse der meisten kenianischen Politiker (wohl aus politischem Kalkül/Angst/etc.) gar nicht so schwer sein dürfte, Aufmerksamkeit zu erregen.

Freilich, wenn man andere Diplomatie gewöhnt ist, erscheint es manchmal eher sonderbar. Fand ich jetzt aber gut, den Bericht.

Außerdem: Musik verbindet.

2 comments » Write a comment