Eines Tages werde ich über diesen Ort schreiben…

Ingrid Laurien: Kenia, Ein Länderporträt

tl;dr Vorsicht, sehr langer Blogpost mit Anmerkungen zum Buch und eigenen Gedanken.

Letztens beim Stöbern in der Bibliothek der Bundeszentrale für politische Bildung habe ich dieses Buch über Kenia gefunden: Kenia, ein Länderporträt, von Ingrid Laurien.

Natürlich hatte ich es sofort bestellt und jetzt im Urlaub endlich gelesen, in einem Rutsch durchgelesen, was bei mir eher selten ist, da ich meistens nur Fachbücher lese und diese relativ langsam. Der Themenkomplex Kenia ist mir aber so vertraut und auch an die Autorin erinnere ich mich, weil sie einerseits mit meinem Vater zusammengearbeitet hatte und andererseits auch, weil sie mit ihrem kleinen, weißen 4WD Minibus immer sehr auffiel, und als jugendlicher Technikmensch behält man eher diese Dinge in Erinnerung. Erst Jahre später, nachdem man sich ebenfalls seit fast 30 Jahren mit dem Land und seinen Themen beschäftigt hat, sieht man viele Dinge ähnlich wie die Autorin.

Zuallererst der Hinweis, dass es sich bei diesem Länderporträt eher um einen Querschnitt der prägenden Eindrücke der Politik des Landes handelt, weniger um einen Gesamtquerschnitt zu dem was Kenia ausmacht. Sie erwähnt auch in ihrem Vorwort zu dieser aktualisierten Ausgabe aus 2018, dass sie gar nicht den Anspruch erhob, alle Themen behandeln zu wollen. Das sollte man wissen als deutscher Leser, aber aus kenianischer Sicht hätte ich es nicht viel anders beschrieben: Nämlich mit einem Fokus auf der Politik, die eigentlich seit der Unabhängigkeit die Dinge im Land bestimmt.

Sicherlich spielt die Politik heutzutage eine andere Rolle als noch vor 30 Jahren, und Kenia ist derzeit wieder geprägt von einem aufgeblähten Verwaltungsapparat und chinesischen Investitionen, was vor allem dafür sorgt, dass im Land vor allem derjenige regiert, der viel Geld hat oder das zumindest vorgibt. Aus meiner Sicht erklärt sich das auch mit der material culture, weil materieller Besitz mit Macht gleichgesetzt wird, und ein akademischer Abschluss nur hinsichtlich seiner Konvertierbarkeit in einen gutbezahlten Job angesehen wird.

Wie auch die Autorin stimme ich überein, dass Kenia ein Land voller gut ausgebildeter Akademiker ist, und das ist gerade im Vergleich mit den umliegenden Ländern interessant. Kurzum: Kenia hat eigentlich alles was es zum Vorankommen braucht, aber jahrelange Misswirtschaft, Skandale und immer wieder die alltägliche Korruption von groß bis klein sorgen dafür, dass vieles nicht so klappt wie es eigentlich sein könnte.

Skandale

Die Autorin erwähnt am Ende kurz einen solchen Skandal, nämlich den Anglo Leasing Skandal, über den Michaela Wrong in ihrem Buch schrieb (zusammen mit dem ehemaligen Vorsitzenden des kenianischen Transparency International Büros, John Githongo) und bei dem große Geldsummen außer Landes geschafft wurden. Tatsächlich gibt es aber noch eine ganze andere Reihe an Skandalen, wie sie letztens auch wieder via Twitter abgefragt wurden. Skandale, bei dem es vor allem um Geld geht, aber auch um die Gesundheit der Menschen oder gar um Menschenleben.

Diesem Länderporträt merkt man an, dass es wohl in mehreren Etappen geschrieben wurde. So wiederholen sich manche Aussagen, gerade bezüglich der Wahlergebnisse in Kenia seit der Abwahl des zweiten Präsidenten arap Moi, und die Landespolitik wird eher aus Sicht der Menschen aus dem westlichen Kenia beschrieben. Sie beschreibt es damit aber sehr gut, denn die ständig wechselnden „Allianzen“ zwischen den einzelnen Führungspersönlichkeiten (politische Parteien und Programme dienen eher als Vehikel) sind nur kurzlebig und können jederzeit anders kombiniert werden.

Mzungu

Gleich am Anfang im Vorwort erwähnt die Autorin, dass die meisten Expatriates in Kenia lieber unter sich bleiben und selten Kontakt zur einheimischen Bevölkerung entwickeln. Ich würde das so unterschreiben, zumal wir heutzutage in Zeiten verfügbarer Individualkommunikation nicht mehr auf andere Menschen angewiesen sind und es durch die unterschiedliche Hautfarbe auch immer wieder zu einer Art von Rassismus kommt, derer ich so satt bin. Als hellhäutiger Mensch wird man in Kenia immer anders wahrgenommen, und das mag vielleicht im engen Bekanntenkreis nicht so sein, wohl aber in der breiten Masse. Als Beispiel könnte ich hier die amerikanisch-kenianische Journalistin Margaretta wa Gacheru erwähnen, die Anfang der 1970er Jahre als interessierte Literaturwissenschaftsstudentin nach Kenia kam und vor Ort mit afrikanischer Literatur und dem Theater in Kontakt kam. Mit ihren kenianischen Kollegen tourte sich lange durch das Land, bis sie sich verwarf und als Mzungu von der Truppe verstoßen wurde. Seitdem arbeitet sie als Journalistin und Vermittlerin zwischen den sehr aktiven Künstlern und berichtet über diese in der kenianischen Tageszeitung oder online. Margaretta ist aufgrund ihrer (gescheiterten) Ehe mit einem Kenianer und ihrem beruflichen Werdegang (im Kulturbereich ist nicht immer das große Geld zu machen, und man muss schon gut jonglieren können, um hier in einem Land wie Kenia ein Einkommen daraus schlagen zu können) wie so viele Menschen exemplarisch für die Situation, wenn man seit Jahren mit einem Land verbunden ist und dann immer noch nur auf die Hautfarbe reduziert wird. Nicht im engeren Bekanntenkreis, wo sie nur als die Mutter ihres Sohnes bekannt ist, aber eben außerhalb.

Als ich mal an einem Neujahrsmorgen an der kenianischen Küste ins Meer springen wollte, war neben mir ein hellhäutiger Kenianer (Kenyan of Asian Origin), der sich mit einem aufdringlichen Verkäufer am Strand herumärgerte und ihn auf Kiswahili und Englisch anschrie, dass er kenianischer als er sei („I am more Kenyan than you!!!“), was ich einerseits witzig, aber auch wieder sehr tragisch und exemplarisch fand. Die Hautfarbe als Unterscheidungsmerkmal, es ist halt ein naheliegendes Bewertungsmuster. Ob die vielen jungen kenianischen Autoren diese Seite auch sehen, wenn sie über ihre Erfahrungen mit Rassismus in den USA, Asien oder Europa berichten?

Wer schreibt aus Kenia über Deutschland?

Was mich dann auch zu der Frage treibt: Welcher Kenianer wird mal in ähnlicher Form über Deutschland schreiben? Es gibt immer wieder kurze Anmerkungen der Kenianer in der Diaspora, wie sie ihre Erlebnisse im Ausland wahrnehmen, aber so in der Form eines Länderporträts wäre das schon interessant. Auch ist es natürlich ein sehr großer Luxus, dass wir in Deutschland so etwas wie die Bundeszentrale für politische Bildung haben, die uns solche Einblicke erlaubt, oft zum Nulltarif oder zu sehr geringen Kosten. Das ist ein Luxus, den ich sehr schätze und ich weiß auch was es heißt, einen deutschen Ausweis zu besitzen oder den Wasserhahn aufdrehen zu können, aus dem sauberes Trinkwasser in Lebensmittelqualität kommt. Kein Visum beantragen zu müssen, wenn man in ein anderes Land reist und für die Dinge des alltäglichen Lebens nicht mindestens 40% des Einkommens ausgeben zu müssen, ist schon ein sehr großes Privileg und etwas, das ich nicht für selbstverständlich halte. Wir haben es in Deutschland schon sehr, sehr gut in den meisten Dingen.

Solche luxuriösen Welten gibt es natürlich auch in Kenia, in Nairobi vor allem. Reiche Menschen, die mit viel Geld um sich werfen und sich all den Luxus leisten können, der sie vom Rest abheben lässt. Die sich teure Autos der Marken Porsche, Lamborghini, Rolls-Royce, usw. kaufen, die dann auf den teilweise schlechten Straßen des Landes gefahren werden und eigentlich nur als Statussymbol dienen. Als Deutscher sieht man die Dinge gerne im Vergleich, zieht oft den Umkehrschluss und rechnet dagegen. Würde es ein Kenianer also genauso sehen, dass solche Autos in einem Land unsinnig sind, in dem Menschen aufgrund von Misswirtschaft öfter Hunger leiden müssen? Und gehört es nicht gerade zum Verständnis von Kenia, dass so ein Fahrzeug dann als Errungenschaft anerkannt wird, statt es (wie aus deutscher Sicht) mit den Missständen aufzurechnen?

Aktivismus

„In Kenia hat die Mafia ein ganzes Land“, behauptet der Aktivist Boniface Mwangi immer wieder, und sein Hauptproblem ist wohl, dass er mit seinem Protest oft so alleine ist. Letztens lud er ein Video hoch, als er auf der Straße von einem entgegenkommenden Konvoi aus drei Geländewagen mit Blaulicht aufgehalten wurde, die auf seiner Fahrspur (entgegen ihrer Fahrtrichtung, mit einem Zaun zwischen beiden Fahrspuren) den täglichen Stau abkürzen wollten. Er ist stehengeblieben, die mussten dann einen kleinen Bogen fahren, fuhren dann aber trotzdem falsch weiter. Und es ist erschreckend, dass nur er standhaft blieb. Alle anderen Verkehrsteilnehmer nahmen es schulterzuckend hin und ließen dieser falschen Truppe genügend Platz für ihr Verkehrsvergehen. Genau das ist exemplarisch für all das was in Kenia falsch läuft: Ohnmächtig ob des Ist-Zustands ergibt sich die Masse den systemischen Vorgaben, vergleichbar mit einem Ameisenhaufen, der eine andere Route wählt, wenn ein Hindernis im Weg liegt. Es sind aber diese Aktivisten wie Bonnie, die irgendwann eine Änderung herbeiführen werden. Oft werden ihm ausländische Finanziers und Gönner unterstellt – auch kommentierten mehrere Kenianer unter dem Video, dass er ja einen Mercedes-Benz fahre und damit automatisch gut verdienen müsse, weil der Stern vorne sichtbar sei. Und dass jemand öffentlich Lärm macht und auf Missstände hinweist, passt so gar nicht in die kenianische Denke. So hatte er mal mit blutverschmierten Ferkeln vor dem kenianischen Parlament demonstriert, um auf die Korruption der „MPigs“ (Abgeordneten) hinzuweisen. Das ist alles schon sehr visuell und vor allem sehr ungewohnt für Kenianer, für die eigentlich der Besuch der Kirche die einzige Form von Therapie darstellt (wie es die Autorin auch treffend beschreibt). Die Kirche, und eigentlich auch die Bar, weil zumindest in Zentralkenia der Alkoholkonsum sehr hoch ist.

Wertschätzung

Jetzt ist diese Woche der zweite Chef des großen kenianischen Telekomkommunikationsunternehmens Safaricom vorzeitig verstorben und die kenianische Tageszeitung hat ihm eine große Beilage gewidmet. Ein dunkelhäutiger britischer, erfolgreicher Geschäftsmann, der mit einer Kenianerin verheiratet war und dessen Lebensleistung u.a. darin beschrieben wurde, wie viel Geld er verdient habe und was er wert gewesen sei.

Als vor zwei Monaten der kenianische Autor Binyavanga Wainaina verstarb, gab es für ihn keine große Beilage in der Zeitung, sondern eher Bilder eines transsexuellen Besuchers der Trauerfeier, über den sich homophobe Kenianer (Männer und Frauen) lustig machten. Dabei war Binyavanga DIE treibende Kraft der neuen Kulturszene in Kenia und trug durch seine emotionale und sehr engagierte Art dazu bei, dass auch andere Künstler aus Ostafrika Fördergelder erhielten und sich kulturell ein neues Kenia entwickeln konnte, wie es vielleicht zuletzt in den 1970er Jahren herrschte. Während die 1980er Jahre noch geprägt von kongolesischen Musikern waren, die sich an den Melodien aus Western Kenya orientierten und ihre Gitarrenriffs („Seben“) um eben diese herum sponnen (die Autorin erwähnt diesen Umstand auch in ihrem Buch, was ich ihr sehr hoch anrechne. Nämlich, dass der Ursprung vieler kongolesischer/zairoiser Musikstücke in Kenia liegt.), so waren die 1990er Jahre vor allem von US-Amerikanischem Hip Hop geprägt. Erst Mitte der 2000er Jahre fing man in Kenia damit an, richtige Popmusik zu komponieren, die auf internationalem Parkett mithalten konnte. Ich bloggte darüber in 2005. Das lag sicherlich auch an den Künstlern der neuen Generation, die wie Binyanvanga nach Kenia zurückgekommen waren und dort unter neuem Einfluss kreativ wurden und damit ein viel moderneres Kenia mit viel mehr eigener Identität geschaffen haben, als es noch zu meiner Schulzeit in Kenia der Fall war. Eine eigene Kultur, die sich von der fake Blue Band Welt aus dem Fernsehen unterscheidet (= eine Margarinen-Marke, die auch ohne Kühlschrank nicht so schnell schmilzt und im Fernsehen in fake Mittelklassefamilien beworben wurde, während der Rest des Landes diese Margarine eher auf einem großen Stück Weißbrot als Mittagessen zu sich nahm) und das Selbstbewusstsein so sehr stärkt, dass die eigene Art und Weise als eigenständige oder zumindest typisch kenianische Kultur wahrgenommen wird. Für mich war dieses fehlende Selbstbewusstsein hinsichtlich der eigenen Kultur bei den Kenianern immer einer der Gründe, wieso zu oft aus dem Ausland kopiert wurde, anstatt eigene Dinge als vollwertig anzuerkennen. Man könnte das sicherlich als koloniales Erbe der englischen Kulturpolitik abtun, aber auch diese Zeit liegt lange zurück und irgendwann dient das nicht mehr als Entschuldigung für alles Übel im Land.

Landreform

Womit wir zur Frage der ungleichen Landverteilung und einer nötigen Landreform kommen, die von der Autorin auch ausführlich behandelt wird und ihren Ursprung im kolonialen Erbe hat. Sie erwähnt dabei, wie große Farmen nach der Unabhängigkeit erhalten blieben und Volksgruppen umgesiedelt wurden. Welchen Stellenwert hat das eigene Stück Land in meiner Kultur? Ich besitze beispielsweise nur bewegliche Güter und würde gerne einen großen Garten nutzen, in dem ich Gemüse für den Eigenbedarf anbauen kann. In Kenia spielt das aber eine andere Rolle, und ich bin sehr gespannt, wie lange das bei den bestehenden Strukturen noch so weitergehen kann und ob andere Dinge dann nicht wichtiger werden. Werden wir den Wandel Kenias anhand dieser Dinge festmachen können? Wenn also ein stabiles Leben in der Großstadt wichtiger wird als das eigene Stück Land im Heimatort?

Nairobi ist nicht Kenia, Kenia ist so viel mehr als das Leben in der Großstadt. Man vergisst das oft oder orientiert sich nur daran. Auch das hat die Autorin gut beschrieben, in dem sie von Western Kenia berichtet, aus der Region ihres kenianischen Mannes, die sich so von der zentralen Hochlandregion unterscheidet. Für mich als Umweltingenieur ist Nairobi derzeit vor allem ein geplündertes Stück Land mit verseuchtem Grundwasser und viel zu mangelhafter Infrastruktur, so dass ich derzeit gar nicht das Verlangen habe, dort zu leben und zu arbeiten. Dabei würde ich so gerne wieder etwas zum Aufbau des Landes beitragen und beispielsweise ein Trainingszentrum für hydrologische Software aufbauen. Alleine, diese Idee aus 2005 ist mittlerweile überholt und die meisten Probleme im Wasserbereich sind politischer Natur, mit guter Technik alleine nicht zu lösen.

Mobilfunk

In dem Buch vermisse ich auch etwas den Hinweis auf den Mobilfunkmarkt in Kenia, das Thema wird nur kurz und nebenbei am Ende erwähnt. Dabei ist seine Entwicklung so bedeutend für das moderne Kenia. Ich erinnere mich noch sehr gut an dessen Anfänge, als Ende der 1990er Jahre noch auf einen japanischen Standard gesetzt wurde, der nur 2000 Leitungen zuließ und so nur die wirklich Reichen und Wichtigen in den Genuss einer solchen Mobilfunkleitung kamen. Erst mit der Einführung des GSM-Netzwerkes, später UMTS und LTE, nahm das alles seinen Lauf. Und wer lange auf GSM und einfache Endgeräte angewiesen ist, der versucht aus diesem Limit möglichst viel herauszuholen. In 2006 beschrieb ich hier in meinem Blog die Beerdigung der Schwägerin eines kenianischen Kollegen in einem Dorf tief im Osten Kenias, wo es nichts gab – außer einem gutem Mobilfunknetz. Im Jahr 2006 gab es noch kein iPhones, wohl aber einfache Nokia Handys mit einfachem Browser. Während so einer langwierigen afrikanischen Trauerfeier (die eher lebhaft und fröhlich ist) nebenbei seine E-Mails abzurufen – das war schon sehr skurril.

Start-up Kultur

Nach den Wahlunruhen Ende 2007 gab es einige Blogger in der kenianischen Blogosphere, die sich zusammenschlossen und eine Kartenlösung online entwickelten, um die Gewalt während der politischen Wahlunruhen zumindest digital festzuhalten. Daraus ergab sich dann später das Start-Up Ushahidi, dessen Finanzierung ein großes Büro in Nairobi ermöglichte. In diesem Büro gründeten meine Freunde aus der kenianischen Blogosphäre dann den Co-Working Space iHub und weitere Start-Ups wie Brck. Es folgten später weitere Co-Working Spaces in Nairobi. Während diese in Frankfurt derzeit vor allem aus steuerlichen Gründen von den Immobilienbesitzern angeboten werden, erhoffen sich die ausländischen Investoren in Kenia und allen anderen afrikanischen Hubs (die teilweise im losen Netzwerk „AfriLabs“ vereint sind), dass hiermit lokale Entwicklung gefördert wird und lokale Start-Ups entstehen, die lokale Lösungen anbieten. Auch das hätte in dem Buch erwähnt werden können, zumal Geraldine de Bastion vorletztes Jahr eine gute Doku zu dem Thema moderierte, die sogar bei arte ausgestrahlt wurde. Diese modernen Start-Ups, die teilweise die Möglichkeiten des Mobilfunks nutzen, tragen auf jeden Fall zu einem Weiterkommen bei. Das Handybezahlsystem M-Pesa wird gerne als kenianische Errungenschaft gefeiert. Es basiert auf der Studienarbeit eines kenianischen Studenten und wurde dann vom Mutterkonzern von Safaricom – der englischen Vodafone Group – im Frühjahr 2007 in Kenia umgesetzt. Der Hintergrund war, dass man sich in Kenia Mobilfunk-Guthaben („Airtime“) über einen Code (GSM-Steuercode) am Handy gegenseitig zuschicken konnte. Wieso also dieses System nicht ausbauen und im flexiblen Speicherbereich der SIM-Karte ein kleines Programm integrieren, das diesen Ablauf zentraler steuert? So wurde das M-Pesa (mobiles Geld) System geboren und ist bis heute aktiv. Ich schrieb schon mehrmals auch an anderer Stelle darüber, und ich erwähne diese technischen Details, weil eines eben bemerkenswert ist: Wo die Alternative „Bankkonto“ teuer, langsam und rar ist, ermöglicht ein mobiles Bezahlsystem schnelle Geldtransfers. Dass Kenia ein Land ist, in dem die GSM-Verschlüsselung lange nicht sicher war und es so viele Hacker gab, die sich an dem System bereicherten – das alles sind Gründe gewesen, wieso es so etwas in einem so entwickelten Land wie Deutschland bisher nicht gab. Zu viele Bedenken und Sicherheitsrisiken, statt einfach mal zu machen. Und als es in Kenia ein Konkurrenzsystem geben sollte, dass SIM-Karten manipuliert, in dem kleine Folien mit eigenem Prozessor zwischen SIM-Chip und Leser geklebt werden, kamen die typischen Bedenken auch eher aus dem Ausland. Was ich damit sagen möchte: Auch wenn technische Systeme nicht perfekt sind, können sie in vielen Situationen vollkommen ausreichend sein und Lösungen für Probleme anbieten, die vielleicht sonst gar nicht so leicht zu lösen wären. M-Pesa als Heilsbringer wird in dem Buch also nur kurz erwähnt, dabei hat es Kenia so sehr verändert und so viele weitere Dienste und Verhaltensweisen ermöglicht, die vorher nicht bedacht wurden (so das oft erwähnte Beispiel, dass Bargeld bei Überlandfahrten digital eingezahlt wurde, weil es so schwieriger zu klauen war).

Sonkonisierung

Wenn ich jetzt in 2019 an Kenia denke und es täglich über die Nachrichten in den sozialen Medien verfolge, dann sehe ich zum einen dieses sehr schnelle, aus meiner Sicht oft ungesunde Wachstum – vor allem bei der mangelhaften Infrastruktur. Ich sehe aber auch junge, globalisierte Kenianer, die sich ihrer eigenen Kultur bewusst sind und immer mehr lernen, ihrem Unmut Gehör zu verschaffen. Gehör verschafft sich übrigens auch der „Governor“ von Nairobi, ein mit vielem Gold behängter Geschäftsmann, der mit einem unmöglichen Kleidungs- und Politikspiel Lokalpolitik macht, während er von den Kenianern online in Schach gehalten und auf schlechte Straßen und den Müll hingewiesen wird. Wie kann es in einem Land mit so vielen gut ausgebildeten Akademikern einen solchen Politiker geben, der unmöglich daherkommt und in Gutsherrenart Gelder verteilt? Alleine, er tut mehr für seine Wähler als seine unnützen Vorgänger und ist damit beliebter, trotz seiner Methoden. Nein, Nairobi ist nicht Kenia, aber was dort abgeht ist doch auch so exemplarisch für viele andere Entwicklungen im Lande. Ich würde mich nicht wundern, wenn er nochmal wiedergewählt werden würde. Schlussendlich ist aber auch er nur die Spielfigur einiger Mächtigen im Hintergrund, die die Fäden ziehen und solche Leute wie ihn aufbauen, damit andere nicht zum Zuge kommen. Die Gier und die Korruption im Lande sind nicht zufällige Ergebnisse, sondern oft perfide und von langer Hand geplant. Wer die Macht hat, hat auch den Zugriff auf den größten Geldtopf.

Entwicklungszusammenarbeit

Das Länderporträt Kenia von Ingrid Laurien liest sich gut und flüssig, es ist informativ genug, natürlich nicht allumfassend und viele Themenbereiche fehlen ganz. So zum Beispiel Aussagen zu Entwicklungshilfeprojekten oder dem ganzen Themenkomplex HIV-Prävention. Möchte man darüber schreiben? Ich hätte es vermutlich genau so wie Ingrid Laurien gemacht und mich in aller Deutlichkeit auf die „Stammespolitik“ mit der Unterscheidung zwischen Kikuyus und Luos versteift. Wobei diese Umstände aus meiner Sicht eher das Geschäftsgebaren der Menschen betreffen, und es einfach kulturelle Unterschiede im Land gibt. Diese gibt es ja auch bei uns in Europa! Siehe Süddeutschland und wie es sich selbst sieht im Vergleich zu anderen Regionen, oder die Region um Barcelona in Spanien gegenüber dem Rest des Landes. Und was die Entwicklungshilfe betrifft, so würde ich gerne mal einen ungeschönten Bericht lesen, in dem eine wirkliche positive Veränderung beschrieben wird. Seit dem Ende der technischen Zusammenarbeit und der Einstellung des GATE-Projektes der damaligen GTZ ist das für mich alles noch sinnloser geworden. Und beim gegenwärtigen chinesischen Einfluss in Afrika müssen wir uns als Deutsche und Europäer ernsthaft fragen, wie wir weiterhin zusammenarbeiten möchten. Unser gegenwärtiger Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit verfolgt dabei schon einen recht guten Kurs und eigentlich darf bei einer Neubewertung der Situation nicht mehr nur der Zustand aus der Vergangenheit herangezogen werden. Wir brauchen Kenia, und Kenia braucht uns als starken Geschäftspartner. Ob das reichen wird, um weiterhin eine nachhaltige Partnerschaft aufzubauen, weiß ich nicht. Ich würde aber behaupten, dass Deutschland zumindest im kulturellen Bereich über das chronisch unterfinanzierte Kulturprogramm (Goethe-Institut, DAAD, usw.) einiges an wertvoller Grundsatzarbeit geleistet hat, die Kenia als Gesellschaft und zur Stärkung des Zivilsektors dienlich ist. Workshops mit kenianischen Intellektuellen durchzuführen, die sich darüber dann vernetzen können – das bringt schon sehr viel, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint. Auch das Engagement der GIZ bei der re:publica, der Bloggerkonferenz in Berlin und Accra, ist lobenswert, weil dabei die aktiven Multiplikatoren der Länder eingeladen und an einen Tisch gebracht werden. Es gibt keine Gelder, dafür aber globale Netzwerke, die mindestens genau so viel wert sein können und wichtig sind, damit Investoren aufmerksam werden. Das ist teilweise von unseren Steuern finanziert und es sind im Vergleich (wie die Kulturarbeit) nur kleine Summen, die aber aus meiner Sicht mehr ermöglichen als große Projekte wie in der Vergangenheit, bei denen zu viel Geld im Sumpf versickerte oder einfach systemisch falsch ausgegeben wurde.

Povertyporn

Und eines noch, das im Buch nicht erwähnt wird: Weltbekannte Slums wie Kibera bestehen nicht einfach nur aus politischer Unfähigkeit oder aus dem Desinteresse, die Besitzverhältnisse des betroffenen Landstücks einmalig festzulegen. Nein, so ein Slum dient auch als wunderbares Vorzeigeobjekt, um Gelder von Sponsoren locker zu machen. Man könnte das alles ändern wenn man wollte. So aber kann man der Armut ein Gesicht geben und alles andere würde wohl auch Zugeständnis dafür sein, dass man als Regierung hierfür eigentlich die Verantwortung trägt.

Als ich in Kenia in 2006 im Rahmen meiner dortigen Tätigkeit eine hydrologische Software aus deutscher Produktion (mit deutschen Fehlerhinweisen) installieren sollte, merkte ich sehr schnell, dass das alles eigentlich nicht gewollt und nicht dienlich war. Aber einem geschenkten Gaul ins Maul schauen und diesen dann aufgrund schlechter Zähne abzulehnen? Undenkbar in einem Land, in dem vor allem gerne die Hand aufgehalten wird und Dinge gerne angenommen werden, sofern sie kostenlos sind. Auch das gehörte damals dazu, dass man also lernt, rechtzeitig Dinge abzulehnen, bevor sie weiteren Schaden anrichten. Das hatte man nämlich in den Jahren unter Daniel arap Moi verlernt: Während dessen kompletter Präsidentschaftszeit fehlten hydrologische Datensätze, weil man nur noch ins Büro gegangen war, um dort süßen Tee zu trinken und intensiv die Zeitung zu lesen. Ein Verdienst des deutschen Softwareentwicklers war es dann übrigens, dass er alle hydrologischen Datensätze in den verschiedenen Formaten aus dem Wasserministerium in ein gleiches Format konvertiert hatte. Insofern war sein Einsatz nicht umsonst, sondern sehr gut und richtig.

Chinesen

Das als Beispiel für die „Entwicklungshilfe“, wie sie im Buch nicht erwähnt wird, aber vielleicht auch nicht wirklich nötig ist zum Verständnis von Kenia. Im Vergleich zu all dem was es bisher gab sind die Bauten der Chinesen nämlich so viel krasser, so viel bedeutender und so viel wichtiger für die Unabhängigkeit der kenianischen Wirtschaft. Denn durch die hohen Schulden bei den Chinesen steht die Unabhängigkeit des kenianischen Freihafens in Mombasa auf dem Spiel (der natürlich auch von den Chinesen umgebaut wurde). Auch die neu gebaute Eisenbahn, deren Trassen sich allen Bedenken zum Trotz durch den Nationalpark schlängeln, wird von den Kenianern sehr kritisch bewertet. Chinesische Lokführer, Kenianer nur als Reinigungskraft, dazu eine Rücksichtslosigkeit gegenüber den wilden Tieren – das sind alles Dinge, die dem derzeitigen Präsidenten Uhuru Kenyatta und seiner Truppe zur Last gelegt werden, der damit einen Teil der Zukunft Kenias verspielt haben könnte. Wir müssen abwarten, wie sich das globale Gefüge mit den Chinesen weiter entwickeln wird, und es ist aus unserer naiven, deutschen Sicht viel zu unvorstellbar, wie weit die Chinesen ganz subversiv über ihre Softpower-Methode in allen Regionen außerhalb Chinas Fuß fassen. Kenia darf hier sicherlich nicht noch abhängiger von den Chinesen werden. Werden wir Europäer das aber irgendwie beeinflussen können? In Kenia gibt es bereits Chinesisch als Fremdsprache an einigen Schulen. Gleichzeitig werden im kenianischen Geschichtsunterricht noch mit keinem Wort die kenianischen Helden der Neuzeit erwähnt, die die Zeit um die Unabhängigkeit geprägt haben. Das muss sich dringend ändern.

I just came from a 10 hours class teaching German university students about:
Jeevanjee
Pio Gama Pinto
Makhan Singh
Pheroze Nowrojee
Zarina Patel
Bombay Africans
Siddis etc.
All connected to Kenya YET I don’t remember being taught about these people in Kenya. Were you taught?

— Dr. John Njenga Karugia, PhD (@johnnjenga) June 22, 2019

Somalia

Das Gebiet des ehemaligen Somalia gilt ja oft als „failed state“ und mich würde fernab der großen Flüchtlingscamps auf kenianischer Seite doch mal interessieren, wie sich das somalische Gebiet in Ostkenia in den nächsten 30 Jahren entwickeln wird. Aus meiner Sicht ist dort noch ein großes Potential für eine wirtschaftliche Entwicklung vorhanden. Online lese ich öfter, dass einige Kenianer gerne in Somalia einmarschieren und es annektieren wollen, weil sie sich sowieso schon als Verwalter der somalischen Probleme sehen. Dabei wird in der Region gutes Geld verdient, mit dem Schmuggel von Waffen, Drogen und anderen Dingen, die am Fiskus vorbei gehen und Kenia weiter destabilisieren. Da ist es dann leichter, sich auf die Probleme im profitablen Hochland und im Westen Kenias zu konzentrieren, wo die Dinge überschaubarer sind und weniger von instrumentalisiertem Terror (aka al-Shabaab) abhängig sind.

Onyango Oloo et al.

Beim Schreiben dieses langen Blogposts mit meinen Anmerkungen und zusätzlichen Gedanken, die mir beim Lesen des Buches gekommen sind, fällt mir auf, dass ich vielleicht selber so ein Porträt schreiben sollte. Alleine, ich befürchte mich zu sehr im Detail zu verstricken und zu wenig über das Land und die Menschen zu schreiben, die sowieso eine ständig andere Wahrnehmung des eigenen Landes haben. Eben weil das Durchschnittsalter in Kenia so gering ist und viele Dinge aufgrund der Schnelllebigkeit in der Gesellschaft oder der kollektiven Amnesie (die es gerade bei politischen Dingen gibt!) schnell in Vergessenheit geraten. Letzten Monat ist auch der kenianische Politiker Onyango Oloo verarmt und (aufgrund einer HIV-Erkrankung) recht früh verstorben. Immerhin in Kenia. Lange Zeit lebte er in Kanada, wo er als politisch verfolgter Intellektueller die Debattenkultur online durch sehr lange Essays steuerte und für die Nachwelt festhielt. Sein Gehilfe Miguna Miguna, ein kenianischer Anwalt mit kanadischer Staatsbürgerschaft und mit eigener Vergangenheit in der jüngeren kenianischen Geschichte, schrieb daraufhin einen Nachruf in der Zeitung. Ich erinnerte mich dann wieder an diese Herren online, als ich 1996 zum ersten Mal online ging und es neben dem CIA World Factbook über Kenia vor allem eine Newsgroup zum Thema Kenia gab, in der kenianische Politik besprochen wurde und eben jener Onyango Oloo sehr aktiv war. Es sind diese Intellektuellen, die in der Diaspora über ihre Heimat schreiben und wirkliche Veränderungen herbeiführen wollen. Zu der Zeit lebten in den USA und UK nämlich vor allem die Kinder der reichen Parteifunktionäre, die an dem damaligen IST-Zustand gar nicht so viel ändern wollten. Und auch wieder: Diese Intellektuellen werden nicht gebührend genug geehrt, zu Lebzeiten schon mal gar nicht. Die Umweltschützerin Wangari Maathai bekam auch erst über den Nobelpreis die nötige Anerkennung, und irgendwann ist hoffentlich auch Ngugi wa Thiongo dran, auch wenn er inhaltlich mittlerweile von der Gegenwart überholt wird. Aber wieso sollte es in Kenia anders sein als anderswo: Es werden lieber Instagram-Stars verehrt und Likes-Klickraten erwähnt, dicke Autos und Bling-Bling als Wert vermittelt (imo auch gerade in der von der Autorin erwähnten Nyanza Region) und eigentlich dumme Dinge geschätzt, die das Land überhaupt nicht weiterbringen. Dann eher schon die Ehrung des jungen Lehrers Peter Tabaichi aus dem Franziskaner-Orden, der einen großen Teil seines geringen Einkommens für arme Schüler ausgibt und mit ihnen so tolle Schulprojekte macht, dass er international als bester Lehrer der Welt (!) geehrt wurde. Der Mann ist ein Segen für Kenia und es müsste viel mehr wie ihn geben. In der Berichterstattung wurde natürlich auch die Höhe des Preisgeldes erwähnt.

Geschäftsideen

Bei Twitter schrieb ich es schon mehrmals: Ich wäre gerne der einzige Hersteller/Distributor weißer Plastikstühle für den ostafrikanischen Markt, denn dann hätte ich ausgesorgt. Keine Veranstaltung, bei der nicht ein weißer Kunststoffstuhl als Sitzgelegenheit herhalten muss, manchmal auch mit Stoff überzogen, was ihn wertiger erscheinen lässt. Dabei gibt es eine eigene Möbelindustrie in Kenia, vor allem im informellen Sektor, und es wundert mich immer wieder, dass Büros in Kenia mit importierten Möbeln ausgestattet sind, die viel zu hässlich sind, überhaupt nicht zum Klima passen (viel roter Staub und Wischen mit Wasser) und auch noch falsch konstruiert sind. Hätte ich die finanziellen Ressourcen, würde ich wohl ein Start-Up in Kenia machen, bei dem lokale Möbel hergestellt werden. Es gibt bereits gute Anbieter, aber der Markt gibt noch was her. Ich erwähne es deswegen, weil es genau die Fragen sind, die sich auch Kenianer in der Diaspora stellen, nämlich mit welcher Geschäftsidee sie in Kenia erfolgreich sein können. Eine gute Ausbildung im Ausland ist nämlich noch kein Garant für einen guten Job in Kenia, auch das eines der vielen Probleme, dass eine Festanstellung (auch hinsichtlich der Verdienstmöglichkeiten) nicht immer angestrebt wird. Wie wird sich die Arbeitswelt in einem Land wie Kenia in den nächsten 30 Jahren verändern, wenn die Menschen schon bereits jetzt viel selbstständiger arbeiten und auf kleine Geschäfte nebenbei programmiert sind als bei uns?

Das Land Kenia in einem Porträt beschreiben zu wollen ist eigentlich etwas anmaßend und fast unmöglich. Man wird sich immer nur auf einen Teilbereich beschränken können und nie die volle Gänze erfassen, alle Facetten beleuchten und die Seele des Volkes beschreiben können. Kenia ist ein landschaftlich so vielseitiges Land, das dadurch unterhaltsam bleibt und mit seinen verschiedenen Kulturen mehr zum Verweilen einlädt als homogenere Gesellschaften in anderen Ländern (vgl. südlicheres Afrika oder Westafrika). Auch fehlt in dem Buch eigentlich der Hinweis auf das Verhältnis der Kenianer zu Tansania, und dazu wie die Kenianer lange über die Tansanier und ihren Sozialismus gelächelt haben. Dabei gab es dort vor allem immer viel mehr eine Einheit im Volke, was natürlich vor allem durch die Politik und die gemeinsame Sprache erzielt wurde (Umoja na Uhuru). So bleibt auch abzuwarten, wie sich Kenia, Uganda und Ruanda in den kommenden Jahren hinsichtlich eines besseren Binnenmarktes vertragen werden. Gerade auch in Uganda scheint ja wohl irgendwann bald das Ende des dortigen Präsidenten zu kommen. Welchen Einfluss wird die Politik haben, wenn die Geschäftswelt eigentlich die treibende Kraft hinter allen Entwicklungen ist?

Bücher über Kenia und Afrika gibt es eigentlich viele, und oft nur aus ausländischer Sicht. Während dann die eigenen (o.g.) Autoren in den 1970er, 80ern und 2000ern oft nur ihren Zorn und die schlimmen Seiten der gesellschaftlichen Konflikte beschrieben, werden trotz allem lokale Akademiker oft nicht als Primärquellen erwähnt. Es ist Zeit, das zu ändern und so würde ich jetzt gerne mal einen Beitrag über Deutschland lesen, geschrieben von einem Kenianer und gefördert von einer kenianischen, staatlichen Bildungseinrichtung. Ob es da dort jemals auch so geben wird?

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