Auf ein Wort zum Liebster-Award…

Liebster AwardDie Katrin Hilger hat mich bei so nem Blog-Frage-Antwort-Dingens nominiert, und da ich gerne auch auf Deutsch blogge, mache ich da jetzt einfach mal mit. Die Aufgabe: 10 Fragen und Antworten rund ums Thema Bloggen & Perspektiven. Nennt sich Liebster Award (oder so).

Wäre es ein Traum, vom Bloggen leben zu können?
Früher ja, heute in 2015 nicht mehr. Früher heißt für mich: in 2005, als wir noch DAS Blog geschrieben haben und mir meine Mum mit Sprüchen wie „Ich habe Dein Blog gesehen – wer soll das alles lesen?” kam. Meine Mum hat mittlerweile ein iPad und haut gerne mal solche Sprüche raus („Airbag? Habe ich noch nie gebraucht.”).

Früher also gab es noch kein YouTube, kein Google Maps, kein Twitter, kein Facebook, nur Blogs und fremdbestimmte Onlinemagazine. Früher hatte ich mehr Motivation zum längeren Texten, heute muss vieles kurz und knapp gehalten sein, auch weil ich selber schon mit einem *tl;dr* müde abwinke, wenn es mal wieder länger dauert. Aufmerksamkeitsökonomie, ihr kennt das.

Jedenfalls: man muss da eigentlich schon täglich Inhalte publizieren und seine Community bedienen, um davon leben zu können. Was aber nicht heißt, dass ich nicht auch gerne wieder mal Produkttester wäre. Auch wundere ich mich öfter über die mittlerweile so zahlreichen Videoblogger und Themenblogger, die ihre Inhalte perfekt aufbereiten und auch SEO-technisch ganz weit vorne mitspielen. Ob ich da mit dem eigenen Blog mithalten möchte?

Wenn nicht grad bei Twitter oder Instagram (ja, auch das ist Bloggen), schreibe ich manchmal auch in meine Themenblogs Saniblog.org und AfriGadget.com rein. Aber davon leben? Beispiel Saniblog: anfangs als Gruppenblog für den Themenbereich Sanitärversorgung gestartet, schrieb ich alsbald alleine und habe den Namen dann als Firmennamen übernommen. Aber wer will ständig über eine schlechte Toiletteninfrastruktur lesen? Irgendwann bleibt man zu sehr in seiner Zielgruppe, kann nur informieren und anregen.

Wenn man dann als Fachmann zu einer Veranstaltung eingeladen und als “Blogger” bezeichnet wird, ist das im deutschsprachigen Raum auch eher so o_O. Wirkliche Anerkennung, das wärs. Dann kann man das auch monetarisieren.

Ebenso muss ich erwähnen, dass dieses Blog die ersten Jahre nur auf Englisch lief, weil ich mich vor allem als Teil der kenianischen Blogosphäre betrachte und bei deutschsprachigen Beiträgen Rückfragen zur Übersetzung bekomme. Die Sprachbarriere und die nicht genaue Abgrenzung (wie bei Themenblogs) alleine sind schon ein Grund für mich, dieses Blog eher nicht-kommerziell zu betreiben.

Das heißt: Geld verdienen ja, aber wahrscheinlich eher nicht mit diesem Blog (unless you are fine with my bilingual approach).

Bild vom Aufkleber auf meinem Laptop

“Utamu wa kazi ni pesa” – the sweetness of work is money. Das klebte mal als Aufkleber auf meinem alten Laptop. In einem Land wie Kenia ist das die zentrale Aussage.

Was hält euch davon ab, ihn zu erfüllen?
Der eigene Stolz und der Anspruch, kontinuierlich sinnvolle Beiträge zu veröffentlichen.

Was kocht ihr, wenn euer Lieblingsmensch zu Besuch kommt?
Der Lieblingsmensch i(s)st vegan und bekommt daher ne Schale Reis. Für mich das Sashimi.

Was würdet ihr wünschen, einmal gekocht zu bekommen?
Wiener Tafelspitz und so ziemlich alle Gerichte dieses japanischen (wortlosen) YouTubers. Obwohl, die würde ich auch gerne selber zubereiten. Dann nur das Fleisch, davon habe ich nämlich keine Ahnung.

Wenn ihr eine Sportart perfekt beherrschen könntet, was wäre das?
Yoga. Weil man dabei a) seinen Körper kennenlernt und b) das überall geht.

dexter's lab gym excuse GIF

Ihr habt eine Fahrt mit der Zeitmaschine frei – wo würde es hingehen und warum?
Diese Frage habe ich mir schon öfter gestellt und da ich bisher noch keine befriedigende Antwort finden konnte, würde ich wahrscheinlich in die Gegenwart reisen und mich selbst erleben. Dann kann ich im Wohnzimmer sitzen und den Stapel Fachbücher durcharbeiten, während mein anderes Ich vorm Laptop sitzt und Likes bei Facebook verteilt.

Realistisch betrachtet gehe ich auch davon aus, dass die Menschheit zu keinem Zeitpunkt in der Vergangenheit aufgeklärter war als heutzutage. Insofern ist es fraglich, ob das Miterleben vergangener Kulturen (Orient, Südostasien) zu einem befriedigeren Ergebnis führen würde als zu einem solchen, welches man in gebündelter Form auch nachlesen kann.

Bild von indischer Antiquität

Was mich auch noch interessieren würde: keine Reise zu einem Zeitpunkt, sondern der Überblick zu einem Zeitraum. Diese Figur im Bücherregal z.B. – welche Rolle spielt die abgebildete Gottheit? Wieso fehlen einzelne Figuren? Wer hat sie wann angefertigt? Was war die Motivation? Durch wie viele Hände ist sie bisher gewandert und welche Emotionen haben die Menschen dabei verspührt? Das sind die Fragen, die mich bzgl. einer Zeitreise mehr interessieren.

Gibt es ein Buch, das euer Leben beeinflusst hat?
Ja. Ein Fachbuch zum Thema Umweltschutz, das mein ehemaliger Professor schrieb und das mir die Augen bezüglich der in Deutschland gelehrten Umweltdiskussionen geöffnet hat. Über beide Themenbereiche – Cradle to Cradle und Sanitärversorgung – schrieb ich dann irgendwann auch meine Diplomarbeit.

Ihr dürft in einer Serie mitspielen – welche und als was (Statist oder Hauptdarsteller)?
Band of Brothers. Wahrscheinlich die Rolle des emigrierten Übersetzers, der den Wahnsinn des Krieges in Personalunion verkörpert. Als Bridge-Blogger macht man teilweise auch den gleichen Job. Bridge-Blogging hat sich in Deutschland leider nie durchsetzen können.

Was für einen Talisman habt ihr?

Twin Peaks: The Log Lady

Glaubt ihr an Schicksal?
Jack Sparrow GIF

So, und jetzt darf ich nominieren? Dann wähle ich die folgenden Kandidaten:

  • Mzeecedric, der mich in 2005 zum eigenen Blog überredet hatte. (thx!)
  • Marvin, mit dem ich mir sogar die Kreisligaspiele anschauen würde.
  • Dirk, der als Wirtschaftsinformatiker sicherlich auf Listicles steht :-)
  • @Sauerstoff, dem ich das Geocaching verdanke.
  • Sabrina, die ihr eigenes Ding macht.
  • Andreas, der ganz dringend ein Blog für so persönliches Zeugs braucht.
  • Clemens, mit dem ich sonst auch immer Metal-Katzenvideos austausche und der sicherlich noch ein normales Textblog neben seiner Soup.io führt…
  • Amanda, die diesen Text erstmal übersetzen muss und auch schon lange keine Musik mehr veröffentlicht hat.
  • Kui, who probably also needs to improve her German and hasn’t blogged in a while. Ama? (you may want to translate this blog post, which btw is an invitation to yet another blogger challenge. Just answer the following questions and link back, thx!)
  • Annette, die selbst bei Instagram zu selten postet und ihr Twitterdingens verkümmern lässt. Obviously, you’re not a blogger, honey!

Und hier meine Fragen an Euch:

  1. Wie seid Ihr zum Bloggen gekommen? Was ist die Motivation?
  2. Welche Lieblingsthemen habt Ihr?
  3. Worauf achtet Ihr beim Verfassen von Blogposts?
  4. Was kocht Ihr, wenn ich hungrig zu Euch komme?
  5. Welche Musik wird bei Euch gespielt? (Amanda & Sabrina, last.fm verspricht einen guten Geschmack)
  6. Welche Erfahrung möchtet Ihr keinesfalls missen?
  7. Und, weil die Frage so absurd ist: Ihr habt eine Fahrt mit der Zeitmaschine frei – wo würde es hingehen und warum?
  8. Gibt es ein Buch, das Euer Leben beeinflusst hat?
  9. Ihr dürft in einer Serie mitspielen – welche und als was?
  10. Twitter, Facebook, oder Google Plus?

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