8.4V Ladeplatine für das DMR TYT MD-380

Gegen Ende einer sehenswerten Doku des Wired Magazines über Shenzhen erklärt einer der Protagonisten, dass die Industrie in Shenzhen jetzt eigentlich schon fast perfekt sei, für das letzte Stück aber die Aufmerksamkeit fürs Detail fehlt. Er zeigt das anhand einer Reihe von Lichtschaltern in einem Hotelzimmer, die alle nicht gerade angeordnet sind.

Richard Chiang zeigt auf Lichtschalter

Richard Chiang erklärt das Problem der ungeraden Lichtschalter. (Quelle: “Shenzhen: The Silicon Valley of Hardware (Full Documentary) | Future Cities | WIRED” | https://www.youtube.com/watch?v=SGJ5cZnoodY)

Ähnliches widerfährt einem, wenn man bei eBay kleine Platinchen ersteht, die das Ladegerät des neuen Funkgerätes aufwerten sollen und die dann aber etwas falsch beschriftet sind. Halb so schlimm, der versierte Bastler misst sowieso erstmal nach und wundert sich über die zu geringe Spannung: Für die 8.4V muss ein kleiner Jumper auf der Platine verlötet werden.

TP5100 Ladeelektronik mit falscher Beschriftung in der Auktion

Fairerweise war das hier nur ein Einzelfall – auf den restlichen Seiten im Internet, die den TP5100 beschreiben (das ist der kleine Chip in der Mitte), wird das alles korrekt angegeben. Wenn so ein Teilchen mit Versand gerade mal einen Euro kostet, wieso kann so eine intelligentere Schaltung nicht direkt ab Werk verbaut werden? Womit wir wieder zum “Shanzhai” kommen, dem in der Doku angesprochenen “copycat manufacturing”. Einer produziert etwas, hat damit Erfolg und alle machen es nach. Wer an der Quelle ALLER Bauteile sitzt und nur für die Marge produziert, der haut dann eben auch Dinge raus, die bei genauerer Betrachtung wohl besser laufen könnten. Egal, es ist günstig und wird trotzdem gekauft. So auch die chinesischen Funkgeräte, um die es hier eigentlich geht.

Modifikation der Ladeschalen

Die Ladeschalen vieler chinesischer Funkgeräte nehmen es nicht so genau und produzieren da irgendwelche Dinge, die man eigentlich eher nicht haben möchte. Ich möchte da gar nicht weiter ins Detail gehen, weil ich die Platinen bei mir einfach durch eine jeweils neue Ladeelektronik ersetzt habe. Zuerst für das Baofeng 888S, damals noch eher primitiv:

Schon besser so. #baofeng #charger #888s #diy #mod #tp4056

Ein Beitrag geteilt von jke (@jke) am

Für das DMR-Funkgerät TYT MD-380 fand ich nach kurzem Googeln einen Beitrag von Jens Unterkötter bei Facebook, wo der Einbau des o.g. Platinchens vorgeschlagen wird. Der Einbau gestaltete sich jetzt noch einfacher als beim Baofeng 888S seinerzeit und sogar die mehrfarbige LED der TP5100-Platine muss nicht irgendwie verlängert werden, sondern sitzt genau dort wo sie auch wirken kann und zeigt so beide Betriebszustände an (rot und blau fürs Laden und Nicht-Laden). Aus der alten Platine wurde nur die Buchse für das Ladekabel ausgelötet und in der Ladeschale verklebt. An dieser Stelle übrigens auch der Hinweis auf den Bosch Akku GluePen, den ich mir mal irgendwann geleistet hatte und der wirklich ganz stressfrei und sehr punktuell Heißkleber dosiert. Und zwar schnell und in genau der richtigen Menge. Gutes Werkzeug macht einfach Spaß!

Die alte Platine. Raus damit!

Die neue Platine mit Heißkleber fixiert und die LED nach vorne ausgerichtet. Läuft!

Blau: Standby

Rot: Wird geladen.

Die neue Ladeelektronik macht einen deutlich intelligenteren Eindruck als die alte Schaltung, ist sehr günstig und lässt sich gut einbauen. Das “TP5100 2 cells / single lithium ion battery charger module” gibt es ab 1,06 EUR bei eBay. Die Versanddauer betrug bei mir jetzt ca. 44 Tage.

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