Webkamera schützen

Aus gar nicht so aktu­el­lem Anlass, aber für vie­le muss das Fass ja wohl erst umkip­pen damit die Füße nass wer­den: die Web­cams mei­ner Gerä­te schüt­ze ich jetzt schon seit einer gefühl­ten Ewig­keit mit Schie­be­schal­tern. Erst waren das rei­ne Papier­schie­ber, jetzt sind es kom­mer­zi­el­le Lösun­gen aus ca. 1mm dickem Kunst­stoff, die etwas bes­ser sind. Die Papier­schie­ber haben den Vor­teil, dass sie sehr dünn sind und bei Gerä­ten mit wenig Spiel­raum am Dis­play nicht wei­ter auf­tra­gen. Toll sind natür­lich Lap­tops, an denen die Schie­be­schal­ter schon inte­griert sind. Das ist aber (noch) eher die Aus­nah­me als die Regel.

Webcam Schiebeschalter

Je nach Kame­ra- bzw. Lin­sen­grö­ße eig­nen sich unter­schied­lich gro­ße Schie­ber. Die Prei­se bewe­gen sich so zwi­schen 2 und 10 EUR, je nach Bezugs­quel­le und Händ­ler. Der­zeit wohl auch weni­ger — mein letz­ter Kauf liegt schon min­des­tens ein Jahr zurück. Und obwohl Deutsch­land bei dem The­ma sicher­lich beson­ders auf­merk­sam ist, gibt es bei ebay.COM der­zeit noch mehr Aus­wahl als bei ebay.DE. Bei den übli­chen Direkt­händ­lern aus Chi­na (dx.com, fasttech.com, usw.) habe ich die Cover noch nicht ent­de­cken kön­nen. Eigent­lich wären Web­cam Cover die idea­len Kon­fe­renz-Goo­dies (“swag”) — mit Logoa­uf­druck des Spon­sors usw..

Bei eBay gibt es auch web­cam cover aus (ferro)magnetischen Mate­ria­li­en, bei denen eine Schei­be auf einen Ring gelegt wird. Das hat­te ich mir als Vor­la­ge für die Absi­che­rung der etwas grö­ße­ren Logi­tech Web­cam genom­men. Mit Magnet(klebe)band kann man ganz net­te Din­ge pro­du­zie­ren. Zur Befes­ti­gung eig­net sich das ca. 2mm brei­te Dop­pel­kle­be­band von den Chi­na­händ­lern, wel­ches auch ger­ne für Dis­play­re­pa­ra­tu­ren ver­wen­det wird.

Webcam cover

Auf­grund die­ses Arti­kels bei Netzpolitik.org habe ich mir jetzt auch noch unver­bind­lich die Auf­kle­ber des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend (sic!) bestellt, die dann an Freun­de & Ver­wand­te wei­ter­ge­reicht werden.

Aus mei­ner Sicht geht es beim gan­zen The­ma der Web­cam­spio­na­ge nicht um die tech­ni­sche Durch­füh­rung oder den tat­säch­li­chen Miss­brauch, son­dern vor allem um die psy­cho­lo­gi­sche Sei­te: a) dass wir nicht die tota­le Kon­trol­le über unse­re Gerä­te haben und b) dass wir hier als Ver­brau­cher in einer Situa­ti­on sind, in der wir uns pro­ak­tiv schüt­zen müssen.

Das ist es auch, was mich am gan­zen (Mega-)Überwachungsskandal am meis­ten ärgert: die­se nega­ti­ve Sei­te, dass wir voll­kom­men aus­ge­nom­men wer­den und uns vor einer unbe­kann­ten Macht irgend­wie schüt­zen müs­sen. Dabei bie­ten gro­ße Daten­men­gen auch jede Men­ge posi­ti­ve Chan­cen — die aber bei all dem irgend­wie kom­plett unter­ge­hen. Ich wür­de bei­spiels­wei­se die Stand­ort­da­ten von Mobil­funk­ge­rä­ten noch viel mehr zur Ver­kehrs­fluss­steue­rung nut­zen wol­len und sehe auch in man­chen loca­ti­on based ser­vices eher eine Vor- als einen Nach­teil. Lei­der ist das gan­ze The­ma jetzt durch den Über­wa­chungs­skan­dal nega­tiv behaf­tet und ich gehe davon aus, dass es die “guten” Fir­men dadurch noch schwe­rer haben wer­den und die ande­ren ihren Miss­brauch — ohne Regu­lie­rung — wei­ter­be­trei­ben. Schö­ne neue Welt.

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