Schokolade für die Bildung

Stehe ich heute im Supermarkt vor der riiiiiiiiiiiesigen Süßigkeitenabteilung und entdecke (eventually) die Ritter Sport QUADRAGO Aktion:

 

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Vollmilch mit .+°´^`°+. KNALLBRAUSE .+°´^`°+. YESSSSS!
Eigentlich bin ich kein großer Schokoladenfan, aber Ritter Sport hat sich da eine einfache Vollmilchschokoladenrechnung ausgedacht: pro verkaufter Tafel Schokolade spenden sie 1,4 cent an UNICEF, welches dem Gegenwert der finanziellen Mindesthilfe für Schulbildung eines Kindes in Afrika (sie schreiben tatsächlich Afrika) entsprechen soll. Ebenso will die Firma unabhängig vom tatsächlichen Abverkauf eine Summe iHv 220.000,- EUR spenden.
Soweit, so gut. In die Bildung zu investieren, ist meiner Meinung nach von elementarer Bedeutung und ein sehr weiser Ansatz.
Allerdings würde ich es besser finden, wenn sich so eine Firma wie Ritter Sport gezielt einzelne Projekte von Privatleuten vor Ort aussucht, anstatt es fast schon anonym einer Organisation wie UNICEF hinterher zu schmeißen, wobei das "Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) (..) dem Deutschen Komitee für UNICEF (immerhin) das DZI-Spendensiegel für die satzungsgemäße und sparsame Verwendung der Gelder zuerkannt" hat.
Auf der Suche nach einer Online-Übersicht privater Entwicklungshilfeprojekte fand ich dann ad-hoc das hier auf den Seiten des Phönix e.V.…hmm….in Kenia alleine (als Beispiel) gibt es einige (viele!) private Initiativen, die mit 220.000 EUR mehr als reich beschenkt werden würden und mit dem Geld auch effizienter & effektiver ihre Ziele verfolgen könnten als es die UNICEF kann. In den Medien werden aber überwiegend nur die großen Organisationen genannt, weil sie sich auch die PR hier leisten können – und vor Ort vielleicht auch mehr für die korrupten Beamten vom Laster fällt. Oder gab es je eine Umfrage zum Thema "Dauer einer lokalen Anmeldung eines kleinen Hilfsvereins als NGO in einem Entwicklungsland"?

Wahrscheinlich hat das Logo von UNICEF so eine Gewissensberuhigende Wirkungen auf die Konsumenten, dass sie es einfach besser vermarkten können. Und das widerrum finde ich noch perverser als den Gedanken, Schokolade für Afrika essen zu können.
Obwohl die Knallbrause ein echter Burner ist…

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