Nein wie isses schön…

…dass wir im NDR Fern­seh­pro­gramm (N3) jetzt auch eine “Hit­lis­te des Nor­dens” haben. Hat­ten. Kam heu­te abend im TV.

Für die jün­ge­re Genera­ti­on: ein “Best of…” ausm Bücher­schrank, so ne Art Über­sicht der sto­ries die unse­re Eltern gele­sen und für gut befun­den haben und die wir höchs­tens als Fil­me ken­nen. Oder?

Ich sach mal so.… bzw. Sit­ze ich so Mon­tag abend vor der Glot­ze, zap­pe mich durchs Pro­gramm und wun­de­re mich, weil ich nicht rich­tig ver­ste­he, ob ich mich jetzt über die schö­ne Aus­wahl der Bücher freu­en soll, oder aber über die Tat­sa­che, dass heut­zu­ta­ge für alles Mög­li­che und Unmög­li­che Hit­lis­ten erstellt werden?

Deutsch­land, das Land der Hit­lis­ten-Erstel­ler und Geschichts­auf­ar­bei­tungs-Fana­ti­ker? Was muss­te ein Schrift­stel­ler vor 50 Jah­ren voll­brin­gen, um gele­sen und für gut befun­den zu wer­den? Und was muss er dafür heut­zu­ta­ge tun, um mit sei­nen Aus­sa­gen nicht in der Mas­se der Medi­en unterzugehen?
Inter­es­san­ter­wei­se stan­den auf der Hit­lis­te größ­ten­teils die Bücher, deren The­ma­tik sich auch unge­fähr mit dem Lebens­ge­fühl und/oder der Denk­wei­se der Leser beschäf­tigt… = Geschich­ten als Indi­fi­ka­ti­ons-Indi­ka­to­ren für eine gan­ze Generation?
Es muss so sein — denn WIR haben schließ­lich last.fm und ande­re net­te tools, die uns z.B. die am meis­ten gehör­ten Musik­ti­tel auf­zei­gen. Oder die­ser eine Bekann­te, der sich jedes Jahr eine Zusam­men­stel­lung sei­ner Lieb­lings­lie­der auf CD brennt und dann fein säu­ber­lich ein­ord­net. So für spä­ter, fürs Archiv.

Inso­fern scheint das Leben eine ein­zi­ge Anein­an­der­rei­hung von Hit­lis­ten zu sein. Nein wie isses schön

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